5 Dinge, um die Du Dich kümmern musst, bevor Du Onlinewerbung schaltest

Mit Onlinewerbung kannst Du mehr Besucher auf Deine Webseite schicken und mehr Kunden gewinnen, allerdings kann es auch sehr schnell sehr teuer werden, wenn Du nicht aufpasst. Wie holt man also das eiste aus seinen bezahlten Werbeanzeigen heraus?

Ich habe mich erst kürzlich mit einem lokalen Unternehmer aus meiner Stadt unterhalten, der eine sehr aggressive Google-Ads-Kampagne gestartet hatte, die nur mäßige Ergebnisse brachte. Die verwendeten Keywords waren viel zu allgemein gehalten und die Kampagne brachte fast nur minderwertige Leads.

Aber wie optimiert man eine Onlinekampagne, damit sie die gewünschten Ergebnisse erzielt? Es gibt ein paar einfache Strategien, die schnell umgesetzt werden können, um mehr aus einer Investition herauszuholen.

So funktionieren Long-Tail-Keywords

Bevor Du Deine erste Werbekampagne schaltest (vor allem Onlinekampagnen in einer Suchmaschine), musst Du verstehen, wie diese Art von Werbung funktioniert, genauer gesagt, wie Keywords funktionieren. Mit Ubersuggest findest Du die besten Keywords aus Deiner Branche.

Wir sind nicht unbedingt an Keywords mit dem höchsten Suchvolumen interessiert, sondern an Keywords, die von potenziellen Kunden als Suchbegriff in eine Suchmaschine eingegeben werden.

Genauer gesagt, wie suchen nach sog. “Long-Tail-Keywords”. Das sind, wie der Name schon sagt, lange Keywords, also Suchbegriffe, die aus mehreren Wörtern bestehen. Zusammengefasst machen diese Keywords den Großteil des heutigen Such-Traffics aus.

So findest Du geeignete Long-Tail-Keywords mit Ubersuggest:

Schritt Nr. 1 : Gib Dein Hauptkeyword ein und klick auf “Suchen”.

Schritt Nr. 2 : Klick in der linken Seitenleiste auf “Keyword-Ideen”.

Schritt Nr. 3 : Schau Dir die Ergebnisse an.

Ich habe das Keyword “Social Media Marketing” als “Hauptkeyword”, weil es ein besonders hohes Suchvolumen hat. Ein weniger häufig gesuchter Begriff ist “Social-Media-Marketingstrategie”. Dieses Keyword hat ein niedrigeres Suchvolumen und ist ein Long-Tail-Keyword. Eine weitere Abwandlung wäre der Begriff “die beste Social-Media-Marketingstrategie”.

Im Bereich “Ähnlich” neben dem Reiter “Vorschläge”, findest Du weitere Keywords.

Das Keyword aus meinem Beispiel hat über 16.000 Varianten, von denen die meisten Long-Tail-Keywords sind.

Wenn Du ein geeignetes Long-Tail-Keyword gefunden hast, das Du benutzen willst, kannst Du auf das Keyword klicken, um mehr zum Wettbewerb in der bezahlten und organischen Suche zu erfahren.

Viele Anfänger, die noch keine Erfahrung mit SEO oder Pay-per-Click-Werbung gesammelt haben, machen jetzt den Fehler und wählen Hauptkeywords wie “Social Media Marketing” für ihre Kampagne aus, doch diese Keywords kosten sehr viel Geld und reduzieren den Return in Investment (ROI). Die Investition zahlt sich jedoch viel schneller aus, wenn man auf viele Keywords mit geringerem Suchvolumen bietet.

Die besten Keywords findest Du übrigens auf Deiner eigenen Webseite. Mit einem Programm wie Qualaroo findest Du schnell heraus, wonach Deine Kunden suchen und warum sie Deine Produkte kaufen. Die Wortwahl verrät Dir viel über Deine Kunden und die Suchbegriffe können anschließend in Deinen Werbetexten genutzt werden.

Die richtige Werbeplattform finden

Es gibt viele Werbeplattformen und jede hat ihre Stärken und Schwächen, darum musst Du zuerst die Hauptformate der bezahlten Werbung kennenlernen und verstehen.

internet ads

Display-Anzeigen oder Bannerwerbung – Wenn man das Wort “Onlinewerbung” hört, denkt man sofort an Bannerwerbung, weil sie auffällig sind und sich von der Seite abheben. Bannerwerbung ist sehr weit verbreitet und es gibt unterschiedliche Formate. Dieses Werbeformat kann sehr effektiv sein, spricht jedoch überwiegend Nutzer an, die nicht aktiv nach einem Produkt suchen.

Dieser Nutzer liest vielleicht grade den Artikel einer Nachrichtenagentur im Internet und ist gar nicht an einen Onlinekurs über Social Media interessiert. Display-Anzeigen können zwar funktionieren, müssen dafür aber auf die richtige Zielgruppe zugeschnitten werden. Display-Anzeigen werden entweder nach Klicks bezahlt oder für einen gewissen Zeitraum geschaltet.

different type of internet ads

Textanzeigen – Textanzeigen erscheinen in den Suchergebnissen auf Google. Diese Anzeigen sind oft günstiger als Display-Anzeigen und sprechen den Nutzer gezielt an. Dieses Format ist sehr effektiv, jedoch sind dafür eine ausführliche Keywordrecherche und A/B-Tests notwendig (auf dieses Thema gehe ich später noch genauer ein).

Die folgenden Plattformen kommen für Deine Online-Werbekampagne in Frage, es handelt sich hierbei jedoch nur um eine kleine Auswahl:

Google Ads – Google Ads ist für viele Unternehmen die offensichtliche erste Wahl. Auf dieser Plattform kann man Display- und Textanzeigen schalten, die von bestimmten Keywords ausgelöst werden. Google Ads ist immer eine gute Wahl. Tipp: Du kannst einen besseren Return on Investment erzielen, wenn Du Google Ads über einen längeren Zeitraum benutzt, denn Google belohnt Langzeitkunden mit einem besseren “Qualitätsfaktor”.

Bing oder Yahoo – Bing und Yahoo verfügen ebenfalls über eine Werbeplattform zum Schalten von Werbeanzeigen. Auch hier werden Display- und Textanzeigen von Keywords ausgelöst. Viele Unternehmen erzielen auf diesen Plattformen zwar weniger Traffic, dafür aber einen besseren ROI.

Facebook oder LinkedIn – Das Schalten von Werbung in sozialen Netzwerken wird immer beliebter. Diese Anzeigen kombinieren Text- und Display-Elemente miteinander und richten sich nach den Präferenzen, demografischen Merkmalen und dem Standort der Nutzer. Ob sich Facebook oder LinkedIn besser eignen, hängt immer vom jeweiligen Unternehmen und der gewünschten Zielgruppe ab.

StumbleUpon – Das soziale Netzwerk StumbleUpon verfügt über ein paar einzigartige Optionen zum Schalten von Werbung, ist sehr günstig und bietet eine “Klick”-Garantie. Diese Werbeplattform kann sich lohnen, jedoch sollte man hier die Conversions verfolgen, die leider auch der Schwachpunkt dieser Plattform sind.

BuySellAds oder Direct Buy – BuySellAds.com bietet ein paar tolle Optionen für Display-Werbung, denn hier kannst Du Werbeplätze auf bestimmten Seiten oder Blogs zum Festpreis “mieten”. Um diese Plattform voll auszunutzen, solltest Du Deine Lieblingsblogs direkt anschreiben.

Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, ob Du lieber Werbung auf Facebook oder auf Google schalten solltest, kannst Du Dir dieses Video anschauen:

Du solltest mehrere Plattformen ausprobieren und Daten sammeln, bevor Du eine Entscheidung triffst und Dich für eine Werbeplattform entscheidest. Meistens entscheidet man sich aus einem Bauchgefühl heraus für eine bestimmte Plattform, prüft die Ergebnisse jedoch nicht und findet darum gar nicht heraus, ob man mit der Entscheidung richtig lag. Entscheidungen sollten jedoch nur auf Grundlage von Daten, niemals aus einem Bauchgefühl heraus, getroffen werden. Du musst Deine Ergebnisse also immer verfolgen und anschließend auswerten.

Das richtige Tracking einrichten

Wenn Du Deine Ergebnisse nicht verfolgst und auswertest, solltest Du lieber keine Werbung schalten, denn der Vorteil der Onlinewerbung liegt ganz klar im Tracking. Für die Auswertung Deiner Werbekampagnen brauchst Du auf jeden Fall Google Analytics. Dieses Analyseprogramm ist kostenlos und einfach zu installieren.

Sobald das Programm installiert ist, solltest Du Dich mit den benutzerdefinierten Funktionen von Google Analytics vertraut machen. Du kannst Kampagnendaten mit Hilfe von benutzerdefinierten URLs erfassen, um die Ergebnisse der Kampagne anschließend besser auswerten zu können. Die Daten Deiner Werbekampagnen werden in einem einzigen Dashboard zusammengetragen und können dort jederzeit kontrolliert und ausgewertet werden.

Eine Landingpage erstellen

Du musst die Nutzer auf eine Zielseite schicken (auch Landingpage genannt), die eigens für die Werbekampagne erstellt wurde. Schicke die Nutzer bitte nicht auf Deine Homepage. Das mag Dir jetzt vielleicht kontraintuitiv vorkommen, dafür gibt es jedoch gute Gründe.

  1. Du kannst die Botschaft Deiner Landingpage genaustens auf die jeweilige Zielgruppe zuschneiden. Die Botschaft der Werbeanzeige sollte demnach immer mit der Botschaft der Zielseite übereinstimmen, um dem Nutzer so eine zusammenhängende Nutzererfahrung zu ermöglichen.
  2. Du kannst eine Handlungsaufforderung auf der Landingpage platzieren, um den Besucher zu einer bestimmten Handlung aufzurufen, z. B. zum Herunterladen eines E-Books. (Ein traditionelles Navigationsmenü würde hier nur unnötig von der gewünschten Handlung ablenken.)
  3. Die Ergebnisse können leichter erfasst werden, weil die Besucher besser verfolgt werden können. Dieser Punkt ist sehr wichtig.

Wenn Du diese Strategie mit einfachen Trichter-Tracking-Tools kombinierst, erfährst Du mehr über Deine Besucher und findest heraus, wie Du neue Kunden ansprechen musst, damit diese konvertieren. Manchmal kann man eine Landingpage für die gesamte Werbekampagne erstellen, manchmal braucht man jedoch eine Landingpage für jedes einzelne Keyword.

landing page example

Mit einer Landingpage kann man die Besucher der Seite besser verfolgen und herausfinden, wie wirksam die Werbeanzeigen sind.

Vergiss nicht, Deine benutzerdefinierten Zielseiten für Suchmaschinen zu blocken. Dafür reicht die Bearbeitung der “Robots.txt”-Datei aus. Diese Maßnahme ist wichtig, damit das Ad-Tracking verlässliche und aussagekräftige Daten liefert, denn wenn Google oder Bing auch Nutzer auf die Seite schicken würde, die nicht auf eine Werbeanzeige geklickt haben, sondern über organische Suchergebnisse auf die Zielseite aufmerksam geworden sind, könntest Du falsche Rückschlüsse über die Leistung Deiner Werbekampagne ziehen.

Die Handlungsaufforderung – Wie konvertiert man den Besucher einer Landingpage und gewinnt einen neuen Lead oder zahlenden Kunden? Indem man auf jeder Zielseite eine klare Handlungsaufforderung platziert (oft auch Call-to-Action oder CTA genannt). Die Handlungsaufforderung muss sorgfältig gewählt werden, denn sie entscheidet darüber, ob man einen neuen Kunden gewinnt oder Geld verschwendet.

Ich überlege mir zuerst immer, was mein Hauptziel ist, bevor ich eine neue Landingpage baue. Stell Dir diese Frage: “Was soll der Nutzer machen?”, und baue die Landingpage dann so, dass der Nutzer die gewünschte Handlung durchführt.

a good call to action

Ein guter Call-to-Action führt den Besucher zur gewünschten Handlung.

Jedes Element der Zielseite muss den Besucher zur gewünschten Handlung führen, sonst verschwendest Du Dein Geld.

A/B-Testing – Die Zielseite ist fertig, es gibt aber noch mehr zu tun. Jetzt musst Du Veränderungen und kleine Verbesserungen vornehmen, um Deine Conversion-Rate zu steigern. Wenn Du meine Tipps gewissenhaft umgesetzt hast, dann hast Du zumindest schon mal eine gute Landingpage und verlässliches Conversion-Tracking, was die folgende Aufgabe leichter macht.

Du musst einen A/B-Test durchführen, um herauszufinden, welche Methoden die besten Ergebnisse erzielen. Teste jedoch immer nur ein einziges Element, um aussagekräftige Daten zu sammeln. Führe beispielsweise einen A/B-Test für Deine Überschrift und einen anderen für die Platzierung der Schaltflächen durch, teste aber nicht beide Elemente zusammen.

Nur so kannst Du verlässliche Daten sammeln und bestimmen, was wirklich funktioniert. A/B-Tests sind ein fortlaufender Prozess, müssen also regelmäßig durchgeführt werden. Nimm am besten immer wieder kleine Veränderungen vor und teste Deine Ergebnisse. Du wirst überrascht sein, wie stark sich ein A/B-Test auf Deine Conversion-Rate auswirken kann.

Ergebnisse regelmäßig prüfen

Du solltest Deine Leistung nicht jeden Tag überprüfen, denn dann kann es passieren, dass Du überstürzte Entscheidungen triffst. Warte ab, bis das Analyseprogramm genügend Informationen und Daten gesammelt hat, werte Deine Ergebnisse nach einer vorher gesetzten Frist aus und triff erst dann eine Entscheidung. Du könntest Deine Leistungen beispielsweise einmal pro Monat oder einmal pro Woche prüfen. Wenn Du Deine Ergebnisse einmal pro Monat auswertest, fallen Dir Trends und Muster schneller auf.

Du könntest eine Tabelle anlegen, um Deine Ergebnisse schriftlich festzuhalten. Auf diese Weise lassen sich die Zahlen besser auswerten und Du kannst tiefer in die Analyse eintauchen, um Trends besser zu erkennen.

tracking metrics

Leg eine Tabelle an, um Deinen Traffic zu verfolgen und auszuwerten.

Keywords, die schlechte Ergebnisse erzielen, müssen aus der Kampagne entfernt werden. Vergiss nicht, dass die Conversion-Rate der ausschlaggebende Faktor zur Bewertung der Leistung einer Werbekampagne ist, nicht die Klickrate, denn Klicks sind reine Geldverschwendung, wenn sie nicht zu zahlenden Kunden werden. Je länger eine Kampagne läuft, desto besser der Qualitätsfaktor. Das gilt für alle Werbeplattformen, insbesondere für Google Ads. Noch besser sind die Ergebnisse, wenn Du regelmäßig A/B-Tests durchführst und Deine Werbeanzeigen verfeinerst.

Leg Dir ein Budget und einen Langzeitplan zurecht

Da Du wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum Werbung schalten wirst, kannst Du nicht erwarten, dass das Projekt innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen ist. Du musst Geduld haben und Deine Strategie verfeinern, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Mit Daten, Informationen und Trends kannst Du Dir einen besseren Überblick verschaffen, investiere also genug Zeit und Geld in einen guten Plan. Onlinewerbung ist keine schnelle Lösung, sondern eine Langzeitstrategie, für die man Geduld und eine gute Beobachtungsgabe bracht.

Über den Autor: Garrett Moon ist Gründer von Todaymade, ein Webentwicklungs- und Content-Marketing-Unternehmen, das CoSchedule ― ein redaktioneller Kalender für WordPress, der Contentmarketing und Social Media einfacher macht ― entwickelt hat.

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