So reduziert man HTTP-Anfragen

How to Make Fewer HTTP Requests

Wenn Du so im Internet surfst, fragst Du Dich dann manchmal, was im Hintergrund passiert? Wenn die Antwort „Nein“ ist, bist Du nicht der einzige, denn die meisten Vermarkter machen sich keine großartigen Gedanken über das „technische Zeug“. Das ist etwas, über das sich IT-Spezialisten Gedanken machen müssen, oder?

Das stimmt leider nicht.

Wenn Deine Webseite zu langsam oder klobig ist, wirkt sich dies direkt auf die Benutzererfahrung aus. 40 Prozent der Besucher werden Deine Webseite sofort wieder verlassen, wenn sie nicht innerhalb von 3 Sekunden lädt, darum ist es wichtig, dass Du weißt, wie man eine träge Webseite repariert und ihre Ladezeiten optimiert. Doch wo fangen wir am besten an?

Nun, eine Möglichkeit besteht darin, weniger HTTP-Anfragen an den Server zu stellen. Obwohl „HTTP-Anfrage“ sehr technisch klingt und man es am liebsten Ingenieuren und IT-Profis überlassen würde, musst Du jetzt nicht gleich in Panik geraten. Auch Du kannst das Prinzip verstehen lernen.

Lass uns am besten eingehend untersuchen, wie diese Anfragen funktionieren und wie man dieses gewonnene Wissen nutzen kann, um die Leistung seiner Webseite zu steigern.

Was versteht man unter einer HTTP-Anfrage?

Bevor wir beginnen, musst Du natürlich wissen, was eine HTTP-Anfrage ist.

HTTP steht für „HyperText Transfer Protocol”. HTTP ist eine Sprache, über die Browser und Web-Server miteinander kommunizieren. Wir müssen an dieser Stelle (zum Glück) nicht alle Feinheiten von HTTP behandeln, um zu verstehen, wie es sich auf die Ladezeiten einer Webseite auswirkt, aber hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Dinge, die jeder Vermarkter wissen sollte.

Jedes Mal, wenn ein Besucher auf Deine Webseite kommt, sendet sein Browser eine HTTP-Anfrage an Deinen Server. Der Server bestätigt die Anfrage und schaltet sich ein, um die Webseite bereitzustellen. Jetzt wird es jedoch etwas knifflig. Der Browser kann die Seite nicht sofort anzeigen, den er benötigt Kopien verschiedener Dateien, z. B. Plug-ins und Bilder, um die Seite richtig laden zu können.

Wie bekommt der Browser diese Dateien? Indem er mehrere HTTP-Anfragen stellt. Wenn der Browser diese Anforderungen nicht stellt, können bestimmte Seitenkomponenten nicht geladen werden. Je nachdem, wie viele Komponenten Deine Seite hat, muss der Browser sehr viele Anfragen stellen, was zu Problemen führt.

Warum weniger HTTP-Anfragen besser sind

Es gibt zwei einfache Gründe dafür, warum jede Webseite darauf abzielen sollte, die mit ihrer Darstellung verbundenen HTTP-Anfragen zu reduzieren.

Der erste Grund sind die Ladezeiten Deiner Webseite. Je mehr HTTP-Anfragen eine Webseite verarbeiten muss, desto länger dauert es, bis sie geladen werden kann. Eine Seite mit 20 HTTP-Anfragen kann beispielsweise viel schneller geladen werden als eine Seite mit 70 HTTP-Anfragen.

Woran liegt das? Besucher möchten nicht warten, bis eine Webseite vollständig geladen ist.

Du hast viel Konkurrenz und wenn Deine Webseite zu lange braucht oder gar nicht lädt, verlierst Du wertvolle Leads.

Lass uns als Nächstes darüber nachdenken, welche Auswirkungen dies auf Deine Ergebnisse hat. Laut Google steigt die Absprungrate um 32 Prozent, wenn sich die Ladezeit von einer auf drei Sekunden verlängert, und dies wirkt sich zudem auf Deine SEO-Rankings aus. Verzögerungen beim Laden können die Seitenaufrufe um 11 Prozent reduzieren, woraus Google dann schließt, dass die Seite keinen Mehrwert bietet.

Wenn Du den Besucher nicht sofort überzeugen kannst, sieht er sich nach einer anderen Webseite um und kauft bei einem anderen Anbieter ein. Du wirst nicht an Freunde weiterempfohlen. Mit der Zeit führt dies dann zu schlechteren Suchrankings, weniger Traffic und insgesamt niedrigeren Konversionsraten.

Was können wir daraus lernen? Zu viele HTTP-Anfragen wirken sich in direkter Weise auf Deine Ergebnisse und den Verkauf aus.

Wie identifiziert man unnötige HTTP-Anfragen?

Nun wissen wir, wie HTTP-Anfragen funktionieren und warum man möglichst wenig davon haben sollte. Aber woran erkennt man, ob eine Anfrage notwendig oder überflüssig ist?

Du musst zwei Dinge tun. Finde zuerst heraus, wie viele Anfragen an den Server gestellt werden und bewerte dann die Leistung Deiner Webseite.

Finde heraus, wie viele HTTP-Anfragen gestellt werden

Du kannst überflüssige HTTP-Anfragen nicht eliminieren, wenn Du nicht weißt, wie viele Anfragen verarbeitet werden müssen. Glücklicherweise gibt es Tools, mit denen Du genau herausfinden kannst, wie viele Anfragen an Deinen Server gestellt werden.

Der Website Grader von HubSpot führt einen kostenlosen „Gesundheitscheck” durch, der auch die Anzahl der HTTP-Anfragen enthält.

Make Fewer HTTP Requests - Website Grader HubSpot

Chrome-Nutzer können Chrome DevTools verwenden, um die Anzahl ihrer HTTP-Anfragen zu prüfen. Klicke mit der rechten Maustaste auf die Seite, die Du überprüfen möchtest, klicke auf „Inspizieren“ und dann auf „Netzwerk“. Du bekommst die folgende Übersicht:

Make Fewer HTTP Requests - Chrome’s DevTools

Die geprüfte Seite enthält 112 HTTP-Anfragen.

Bewerte die Leistung Deiner Webseite

Wann hast Du die Leistung Deiner Webseite, vor allem Deine Seitenladezeiten, das letzte Mal überprüft? Wenn Du Dich nicht erinnern kannst, solltest Du am besten sofort eine neue Webseitenprüfung durchführen.

Verwende dafür am besten Ubersuggest. Das Programm ist einfach zu nutzen. Öffne die Webseite in Deinem Browser, gib Deine URL ein und klicke auf „Prüfen”. Das Programm erstellt eine Gesamtübersicht der Leistung Deiner Webseite, die auch die Ladezeiten beinhaltet.

Make Fewer HTTP Requests -Site Audit with Ubersuggest

Eine niedrige Punktzahl bedeutet, dass Deine Webseite zu langsam lädt. Wenn die Seite auf mobilen Geräten beispielsweise 6 Sekunden braucht, auch dem Desktop jedoch in 2 Sekunden geladen werden kann, liegt ein Problem mit Deiner mobilen Webseite vor, das behoben werden muss.

Mach Dir an dieser Stelle noch keine allzu großen Gedanken, falls Du ein Problem mit Deinen Ladezeiten oder der Anzahl der gestellten HTTP-Anfragen feststellst. Jetzt weißt Du zumindest, dass ein Problem vorliegt und kannst mit der Optimierung des HTTP-Protokolls beginnen, um sicherzustellen, dass Deine Seite in Zukunft so schnell wie möglich geladen wird.

8 Schritte, um die HTTP-Anfragen zu reduzieren

Obwohl jede Webseite ein einzigartiger Fall ist, stellen wir normalerweise häufig auftretende Probleme fest, die zu mehr HTTP-Anfragen führen, darum teile ich jetzt acht einfache Schritte, mit denen Du die Anzahl Deiner HTTP-Anfragen reduzieren kannst.

1. Entferne unnötige Plug-ins

Plug-ins sind großartig. Sie erweitern Deine Webseite mit zusätzlichen Funktionen und machen sie gleichzeitig ansprechender. Allerdings führen zu viele Plug-ins zu längeren Ladezeiten. Es gibt zwar keine „ideale Vorgabe“, im Allgemeinen sollte man die Anzahl der verwendeten Plug-ins jedoch möglichst gering halten.

Erstelle zunächst eine Liste aller verwendeten Plug-ins und überlege Dir dann, ob Du sie wirklich brauchst. Schaffen sie einen Mehrwert? Wenn die Antwort „Nein“ lautet, sollte das Plug-in entfernt werden. Wenn das Plug-in nur ab und zu verwendet wird, kannst Du es trotzdem entfernen und jederzeit neu installieren, verwenden und dann wieder löschen.

Keine Ahnung, wie man herausfindet, welche Plug-ins auf Deiner Webseite installiert sind? Nimm Kontakt zu mir auf und lasse Dich beraten.

2. Ersetze schwere Plug-ins durch optimierte Anwendungen

OK, Du kannst natürlich nicht jedes Plug-in entfernen. Manchmal macht es aber durchaus Sinn ressourcenintensive Plug-ins durch optimierte Anwendungen ersetzen.

Vielleicht möchtest Du Deiner Seite Schaltflächen zu Deinen sozialen Profilen hinzufügen. Das ist großartig, denn es kann das Engagement erhöhen und Deine Markenpräsenz steigern. Diese Plug-ins können jedoch sehr ressourcenintensiv sein.

Verwende ein Tool wie Novashare, um Deine Social-Media-Plug-ins zu optimieren. Dieses Tool wird Deine Seite nicht langsamer machen, aber dafür reduziert es die vom Plug-in generierten HTTP-Anfragen.

Steps to Make Fewer HTTP Requests - Replace Heavy Plug-Ins With Streamlined Ones

3. Entferne überflüssige Bilder

Bilder können Deine Webseite attraktiver machen und die Benutzererfahrung verbessern. Das steht außer Frage. Dies ist aber nur der Fall, wenn die Bilder dem Leser helfen, Deine Inhalte besser zu verstehen, z. B. eine Infografik. Überflüssige Bilder, die keinen Mehrwert liefern, sollten jedoch gelöscht werden.

Jedes Bild erzeugt eine HTTP-Anfrage. Ein lustiges GIF mag zwar schön aussehen, lohnt sich aber nicht, wenn es die Ladezeiten erhöht. Prüfe jede einzelne Seite Deiner Webseite und habe keine Angst, radikal vorzugehen. Wenn das Bild keinen Mehrwert bietet, kann es weg.

4. Reduziere die Größe Deiner Bilddateien

Wenn Du alle unnötigen Bilder gelöscht hast, musst Du die verbliebenen Bilder optimieren. Mit „Optimieren“ ist in diesem Fall nicht die Verwendung von Alt-Text oder Keywords gemeint, obwohl die auch wichtig sind, weil sie die SEO verbessern. Ich meine vielmehr die Komprimierung Deiner Bilder. Durch die Komprimierung bleibt die Bildqualität erhalten, während die Dateigröße reduziert wird, was die Ladezeit verbessert.

Falls Du keinen Zugriff auf professionelle Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe hast, kannst Du ein kostenloses Tool wie Squoosh ausprobieren. Probiere am Bild herum, bis Du die perfekte Balance zwischen Dateigröße (idealerweise weniger als 1 MB) und Bildqualität gefunden hast.

Steps to Make Fewer HTTP Requests - Reduce the File Size for Remaining Images

5. Entferne überflüssige Videos

So wie nicht jedes Bild nötigt ist, könnten auch Videos die Benutzererfahrung beeinträchtigen und die Ladezeiten der Seite unnötig hinauszögern. Es ist eigentlich ganz simpel. Begrenze die Anzahl Deiner Videos, so wie Du auch überflüssige Bilder und Plug-ins aussortieren würdest. Mit Videos ist es das gleiche.

Woher weißt man, welche Videos gelöscht werden können? Es gibt eigentlich keine feste Regel. Das Video muss Deinem Publikum in irgendeiner Weise einen Mehrwert bieten, sei es einen lehrreichen oder unterhaltsamen Inhalt. Wenn nicht, musst Du es löschen oder durch ein kürzeres, besseres Video ersetzen.

6. Aktiviere Lazy Loading

Beim „Lazy Loading” werden wichtige Dinge zuerst geladen und Bilder oder Videos erst später, wenn der Nutzer scrollt.

Warum reduziert diese Methode die HTTP-Anfragen?

Da Medien nicht sofort geladen werden, lösen sie nicht sofort HTTP-Anfragen aus. Diese Technik wirkt sich auch nicht negativ auf die Benutzererfahrung aus, da die Benutzer den Unterschied gar nicht wahrnehmen, da Bilder und Videos sichtbar werden, sobald sie nach unten scrollen.

Um diese Technik auf Deiner Webseite anzuwenden, musst Du das Plug-in LazyLoad installieren. Das Skript benötigt weniger als 10 KB Speicherplatz und kann daher problemlos installiert werden. Es ist sofort einsatzbereit.

Steps to Make Fewer HTTP Requests -Enable Lazy Load

7. Verwende Caching

Caching ist eine großartige Methode, um HTTP-Anfragen zu reduzieren.

Caching bezeichnet einen schnellen Pufferspeicher, der Zugriffe auf ein langsames Hintergrundmedium ermöglicht. Der Browser des Besuchers speichert Deine Webseite und kann sie beim nächsten Besuch schneller darstellen. In diesem Fall muss gar keine HTTP-Anfrage mehr durchgeführt werden, weil das Skript bereits gespeichert wurde und einfach abgerufen werden kann.

Hier sind ein paar Tipps zum Caching:

  • Verwende keine Cookies, es sei denn, sie sind unbedingt notwendig.
  • Verwende immer dieselbe URL, wenn Du den Inhalt auf verschiedenen Seiten bereitstellst.
  • Erstelle eine Bibliothek mit Bildern und Videos und verwende diese wieder.
  • Probiere kostenlose Tools wie REDbot aus, um die Cache-Fähigkeit Deiner Webseite zu bewerten.
Steps to Make Fewer HTTP Requests - Use Content Caching

8. Reduziere die Anfragen von Drittanbietern

Wenn der Browser eines Besuchers die Daten eines Drittanbieters anfordert oder herunterladen muss, um Deine Webseite ordnungsgemäß anzuzeigen, z. B. YouTube oder Google Analytics, handelt es sich in diesem Fall um die HTTP-Anfrage eines Drittanbieters. Das Problem ist, dass das Laden Deiner Seite in diesem Fall von der Antwortzeit des Servers des Drittanbieters abhängig ist.

Dies kann ein großes Problem darstellen, da Du keine Kontrolle über die Ladezeit Deiner Seite hast. Um diese Kontrolle zurückzugewinnen, sollten die Inhalte von Drittanbietern wie beispielsweise eingebettete YouTube-Videos mit Lazy Loading verzögert werden. Zudem könnten Skripte für notwendige Programme wie Google Analytics lokal statt extern gehostet werden.

Wenn eins Deiner Plug-ins eigene Anfragen von Drittanbietern stellt, tausche es nach Möglichkeit gegen ein anderes Plug-in aus.

So stellt man weniger HTTP-Anfragen

1. Entferne überflüssige Plug-ins

Finde heraus, welche Plug-ins auf Deiner Webseite installiert sind, und entfernen alle Anwendungen, die Du nicht verwendest.

2. Ersetze ressourcenintensive Plug-ins durch optimierte Anwendungen

Überprüfe jedes Plug-ins. Behalte nur diejenigen, die wirklich nützlich sind und ersetze weniger effiziente Anwendungen durch Alternativen.

3. Entferne überflüssige Bilder

Lösche Bilder, die keinen Mehrwert bieten, da jedes Bild eine HTTP-Anfrage stellt.

4. Reduziere die Dateigröße Deiner Bilder

Komprimiere Deine Bilder, um die Ladezeiten zu verkürzen.

5. Entferne überflüssige Videos

Behalte nur Videos, die Deinen Besuchern einen Mehrwert bieten.

6. Aktiviere Lazy Loading

Verwende ein Plug-in, das das Laden von Bildern und Videos verzögert.

7. Verwende Caching

Vermeide die Verwendung von Cookies, damit Deine Webseite zwischenspeichert werden kann. Verwende immer dieselbe URL, erstelle eine Bildbibliothek für Medieninhalte und prüfe, ob Deine Webseite problemlos zwischengespeichert werden kann.

8. Reduziere die HTTP-Anfragen von Drittanbietern

Versuche, die Inhalte von Drittanbietern wie YouTube nach Möglichkeit zu vermeiden, da diese die Ladezeit Deiner Seite verzögern können, und ersetze Plug-ins, die auf Anfragen von Drittanbietern angewiesen sind.

Fazit

HTTP-Anfragen sind unerlässlich, damit Deine Webseite angezeigt werden kann und um Deinem Publikum ein ansprechendes Erlebnis zu bieten. Zu viele HTTP-Anfragen können jedoch die Leistung Deiner Webseite einschränken und potenzielle Kunden abschrecken.

Mit ein paar einfachen Anpassungen kannst Du jedoch sicherstellen, dass die Browser der Nutzer weniger HTTP-Anfragen an Deine Webseite stellen. Du kannst Deine Ladezeiten verbessern, das Design Deiner Seite verbessern und die Conversions langfristig steigern.

Falls Du Dir nicht sicher bist, wie die Leistung Deiner Webseite verbessert werden kann oder wo Du beginnen sollst, kannst Du eine Beratung anfordern.

Hast Du schon mal versucht, die Anzahl der HTTP-Anfragen zu reduzieren? Welche Strategien haben funktioniert?

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