19 wichtige A/B-Tests für Deine Webseite

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Die Conversion-Rate-Optimierung (CRO) ist nicht einfach – besonders für unerfahrene Vermarkter. Eine der besten und einfachsten Strategien zur CRO ist die Durchführung von A/B-Tests auf Deiner Webseite. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, zu wissen, wie man anfängt und was man testen muss. In diesem Artikel gehe ich auf Letzteres ein.

Es gibt eine Sache, die Du im Hinterkopf behalten solltest: Das Testen aller Elemente Deiner Webseite ist kontraproduktiv. Du würdest Zeit und Geld für Software, Mitarbeiter und Berater verschwenden und Dinge testen, die Deine Einnahmen nicht ausreichend beeinflussen. Bevor wir uns also mit der Conversion-Rate-Optimierung befassen, solltest Du über Deine Ziele nachdenken.

Wirf dann einen Blick auf die folgenden Tests, um herauszufinden, welche für Dein Unternehmen sinnvoll wären und führe sie dann auf Deiner Webseite durch.

A/B-Test: Typografie

Typografie hat nachweislich einen großen Einfluss auf die Konversionen, Du kannst aber unmöglich jede Schriftart testen. Es gibt bestimmte Aspekte der Typografie, die Du zuerst testen solltest, bevor Du Dich mit Schriftarten befasst.

1. Serife oder Grotesk

Serife haben kurze dünne Linie auf den Linien von Buchstaben. Eine bekannte Serifen-Schrift ist Times New Roman. Die Grotesk, auch Sans Serif genannt, zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine Serifen besitzt. Eine bekannte Grotesk-Schrift ist Arial.

Ich persönlich bevorzuge Grotesk, interessanterweise ist jedoch Georgia (eine Serif-Schrift), die beliebteste Schriftart im Internet. Du solltest beide Varianten ausprobieren, um zu sehen, welche für Deine Webseite am besten geeignet ist.

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Laut dieser Infografik von WDD eignen sich Groteske am besten für das Internet und Serifen-Schriften für Bücher und Zeitschriften.

2. Farben

Verwende für Deinen Blog und den Großteil der Inhalte Deiner Webseite immer Schwarz (oder dunklen Text) auf weißem (hellem) Hintergrund. Dies ist das traditionelle Farbschema, da es einfacher zu lesen ist.

Wichtige Dinge wie Handlungsaufforderungen und andere Elemente können farblich hervorgehoben werden. Teste diese Elemente am besten einzeln und verwende Farben, die zu Deinem Farbschema passen, aber dennoch auffallen, damit sie geklickt werden.

3. Schriftgröße

Tahoma ist mit 10 Pixeln tendenziell am einfachsten zu lesen. Verdana und Courier benötigen 12 Pixel und und Arial 14 Pixel.

Stelle unabhängig von der gewählten Schriftart immer sicher, dass Du die Benutzerinteraktion und Klickraten für jede Schriftgröße entsprechend testest. Da der mobile Datenverkehr zunimmt, funktionieren größere Schriften tendenziell besser, – aber nicht immer.

4. Schriftarten

Die Schriftart ist der wahrscheinlich mühsamste Test. Du kannst unmöglich über 700 Schriftarten testen. Das wäre kontraproduktiv, teste daher nur die Wichtigsten, die mit Deinem Design harmonieren.

Nutze dafür am besten einen A/B/C/D/…-Test. Auf diese Weise kannst Du mehrere Schriftarten gleichzeitig testen.

A/B-Test: Call-to-Action

Dein Call-to-Action (CTA) ist das wichtigste Element Deiner Landingpage, da müssen wir gar nicht diskutieren, aus diesem Grund sollte dieser Bereich ausreichend getestet werden. Hier sind einige „Elemente“ einer Handlungsaufforderung, die getestet werden können.

5. Platzierung

Allzu oft platzieren Webdesigner den Call-to-Action-Button in der Mitte der Landing Page oberhalb der Falz und belassen ihn einfach dort, ohne groß darüber nachzudenken, weil es eben alle so machen.

Aber wusstest Du, dass die Platzierung eines CTAs im nicht sichtbaren Seitenbereich die Conversion-Rate um bis zu 304 % steigern kann? Heutzutage darf man nichts als selbstverständlich hinnehmen. Teste Deine Handlungsaufforderungen immer an verschiedenen Positionen (im sichtbaren Seitenbereich, im nicht sichtbaren Seitenbereich, in der Mitte, links, rechts usw.) und in Verbindung mit anderen Elementen der Webseite.

6. Farbe

Farben werden oft getestet. Viele meiner Leser haben sicherlich diesen Artikel von HubSpot gelesen. Hier geht es um einen AB-Test, bei dem der grüne CTA den roten CTA um 21 % schlägt. In einem ähnlichen Test von Content Verve erzielte die grüne Schaltfläche „In den Warenkorb legen“ 35,81 % mehr Verkäufe als eine blaue Schaltfläche.

Kontrastfarben, die sich deutlich von anderen Elementen der Seite abheben, scheinen am besten zu funktionieren. Führe am besten eigene Experimente durch, um zu sehen, was auf Deiner Webseite am besten ankommt. Verlassen Dich nicht auf die Tests anderer Leute.

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7. Text

Neben dem Call-to-Action sollte auch der Text ausgiebig getestet werden. Teste unterschiedliche Längen, Pronomen, Wörter und Verben.

Während der US-Wahlkampagne im Jahr 2007 sammelte der Kandidat Obama $60 Millionen an Spenden, weil er den Text seines CTA-Buttons von „Anmelden“ zu „Mehr erfahren“ änderte.

Du hast richtig gelesen. Dieser eine Test hat 60 Millionen US-Dollar eingebracht. Dieses Potenzial solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen.

A/B-Test: Preise

In diesem Abschnitt befasse ich mich mit mehr als den Preisen Deiner Produkte oder Dienstleistungen. In diesem Bereich geht es auch um wichtige Zusätze wie kostenlose Testversionen oder Geld-zurück-Garantien.

8. Kostenlos oder Testversion oder Geld-zurück-Garantie

Damit potenzielle Kunden Deine Produkte ausprobieren können (Produktdemonstrationen sind wichtig), bieten Anbieter normalerweise mindestens eines von drei Modellen an: ein reduziertes Freemium-Produkt mit eingeschränkten Funktionen, eine zeitlich eingeschränkte kostenlose Testversion oder eine zeitlich begrenzte Geld-zurück-Garantie.

Der Umstieg vom Freemium-Modell auf eine 14-tägige kostenlose Testversion brachte Acuity Scheduling einen Anstieg der Anmeldungen um 268 %. Du solltest jedes dieser Modelle testen, um herauszufinden, auf welches Deine Nutzer reagieren.

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9. Lauftzeit

Falls sich eine zeitlich begrenzte kostenlose Testversion anbietet, wie lange sollte der Nutzer das Produkt dann testen können? 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage? Teste die Laufzeit!

In diesem Beitrag von Sixteen Ventures wird erwähnt, dass die Verkürzung einer kostenlosen 30-Tage-Testversion auf 14 Tage für SaaS-Unternehmen durchaus profitabel sein kann. Je nach Branche können diese Ergebnisse natürlich variieren. Für mein Unternehmen Crazy Egg ist die 14-tägige kostenlose Testversion die ideale Wahl.

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10. Preisgestaltung

Vergiss nicht, Deine Preise zu testen. Du solltest nicht nur die Preise Deiner Abos oder Tarife testen, sondern auch an den Funktionen herumspielen, um zu schauen, ob Premium-Pläne mit mehr Funktionen eventuell mehr Kunden anlocken.

Und vergiss Folgendes nicht: Lockangebote funktionieren super. Durch die Platzierung der teureren Option vor der mittleren Preis-Option geben viele Kunden mehr Geld aus, ohne es zu merken.

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A/B-Test: Inhalt der Landingpage

Die Kunst der Überzeugung durch Worte – auch Copywriting genannt–, ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil Deiner Landingpage. Texte sind beim allerersten Entwurf nie zufriedenstellend. Es erfordert sorgfältige Tests, um maximale Wirkung zu erzielen.

11. Kurze Texte oder lange Texte

Aus philosophischer Sicht sollten kurze Texte besser funktionieren als lange, schließlich ist die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen kurzer als die eines Goldfisches.

Leider kann man sich nicht darauf verlassen. Crazy Egg fand zum Beispiel heraus, dass lange Texte 7,6 % mehr Leads gewinnen (und eine bessere Qualität haben). Eine skandinavische Fitnessstudio-Kette fand jedoch heraus, dass kurze Text die Konversionen um 11 % erhöhen.

Was lernen wir daraus? Das wir unsere Texte immer selbst testen müssen.

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12. Videos oder Verkaufsargumente in Textform

Videos sind sehr teuer, darum verlassen sich die meisten Vermarkter auf text-basierte Verkaufsargumente. Könnten Dir potenzielle Conversions entgehen, wenn Du Videos nicht testest? Eventuell.

Je nach Größe und Budget Deines Unternehmens könntest Du eine Verkaufsseite mit Videos erstellen und testen. (Vergiss nicht, auch eine Kombination aus Video und Text zu testen.)

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Diese Video-Landingpage half Six Pack Ab Exercises dabei, ihre Konversionen um 46,15 % zu steigern. Was könnte ein Video für Dein Unternehmen bewirken?

13. Inhalte

Wie bei Schriftarten kann das Testen Hunderter verschiedener Versionen Deiner Texte reine Zeit- und Geldverschwendung sein, betrachte darum immer das Gesamtbild Deiner Inhalte, falls Du kleine Änderungen am Text vornimmst. Stelle nicht jedes einzelne Wort infrage.

Allgemeine A/B-Tests für Deine Webseite

Im Folgenden findest Du verschiedene A/B-Tests, die in keine der oben genannten Kategorien passen. Sie fallen in mehrere Bereiche.

14. Anzahl der Spalten

Seiten mit mehreren Spalten sehen besser aus als einspaltige Seiten. Bei der CRO zählt aber nicht das Aussehen, sondern die Leistung. Tatsächlich konnte ein SaaS-Unternehmen seine Konversionsrate um 680,6 % steigern, indem es auf eine einspaltige Preisseite umstieg.

15. Hintergrundbilder und Muster

Der Hintergrund Deiner Seite (einfarbig, Muster oder Bild) hat eine unterschwellige Wirkung auf Deine Besucher. Du solltest verschiedene Hintergründe testen, um keine Chance ungenutzt zu lassen.

Spreadshirt testete die Bilder seiner Startseite und steigerte so die Klicks um 606 % und die Verkäufe um 11 %.

16. Navigation

Deine Navigation entscheidet darüber, ob die Besucher auf die wichtigen Seiten zugreifen (z. B. Preisübersicht, Kontaktformular usw.). Teste die Anzahl der Elemente, Farben und die Position Deines Navigationsmenüs.

17. Linkfarben

Möchtest Du Besucher Deines Blogs auf Deine Preisübersicht weiterleiten? Dann solltest Du die Farben Deiner Links testen.

Das Aussehen interner Links bringen die meisten Leute nicht sofort mit CRO in Verbindung, wenn man aber mal genauer darüber nachdenkt, versteht man, dass die Farbe der internen Links einen großen Einfluss auf das Verhalten der Besucher haben kann.

Das Unternehmen Beamax steigerte seine Klickrate um 53,13 %, indem es die Farbe seiner Links von Blau zu Rot änderte.

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18. Kontaktformularfelder

Wenn Du Deine Besucher davon überzeugen willst ein Kontakt- oder Anmeldeformular auszufüllen, spielt das Format Deines Kontaktformulares eine entscheidende Rolle. Teste die Anzahl der Formularfelder (weniger ist mehr) und die Feldtypen (Kontrollkästchen in Vergleich zu Drop-Down), um mehr Anfragen zu erhalten.

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Wir haben die Anzahl der Formularfelder von 4 auf 3 reduziert und konnten unsere Conversions um 26 % steigern.

19. Anzahl der Schritte im Checkout-Prozess

Verschiedene Fallstudien haben immer wieder beweisen, dass Checkout-Prozesse, die aus einem Schritt bestehen, fast immer deutlich besser konvertieren als mehrstufige Checkout-Prozesse. Das solltest Du am besten sofort selbst testen.

Abschließende Gedanken zum A/B-Test Deiner Webseite

Manchmal sind es nicht die offensichtlichen Dinge, die das größte Wachstum bringen. Unkonventionelle Tests könnten sich als besonders wertvoll erweisen, auch wenn Du nie gedacht hättest, dass sie eine Wirkung erzielen würden. In anderen Fällen kann es sogar besser sein, weniger zu tun und nicht ständig zu testen.

Die oben genannten A/B-Tests sollten als Ausgangspunkt dienen. Sobald Du erkennst, welche Änderungen sich auf Deine Konversionen auswirken, hast Du ein besseres Verständnis dafür, was Dein Publikum antreibt.

Hast Du Deine Webseite schon mal einem A/B-Test unterzogen? Welche Veränderungen hatten die größten Auswirkungen?

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