Ein Leitfaden in 6 Schritten, wie man Listicles schreibt

The 6 Step Guide to Writing Listicle Content

Was ist ein Listicle?

Ein Listicle besteht in der Regel aus mehreren Ideen oder Themen, die mithilfe von Aufzählungszeichen aufgelistet werden, darum auch der Name.

Buzzfeed hat dieses Format nicht erfunden, auch wenn es vielen so erscheint, denn Listenartikel gibt es schon seit Jahrhunderten.

Sei Shōnagon, eine Schriftstellerin und Hofdame am japanischen Kaiserhof, soll historischen Überlieferungen zufolge im 11. Jahrhundert den erste Listicle verfasst haben. In ihren Werken ging es unter anderem um Edelsteine, wie in ihrem Listenartikel „Seltene Dinge„, aber auch um andere Themen wie „Musik an einem Regentag“ oder „Worüber man die Geduld verliert„.

Doch Buzzfeed hat Listicles erst bekannt gemacht und ins Internetzeitalter gebracht.

Listicle Content How to Write Them The 6 step Guide

Moderne Autoren und Vermarkter kommen jedenfalls nicht mehr ohne diese praktischen Listen aus, denn sie machen den Artikel übersichtlicher, leichter verdaulich und verständlicher.

Warum sind Listicles so beliebt?

Stell Dir vor Du führst eine Suche auf Google durch und stößt dabei auf die folgenden Inhalte:

  • 11 effektive Tipps für E-Mail-Marketing
  • So funktioniert E-Mail-Marketing

Auf welchen dieser Artikel würdest Du klicken? Auf den Ersten, oder? Dieser Artikel erscheint wertvoller, weil man sofort erkennt, wie viele praktische Tipps man bekommt.

Unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beträgt nur 8 Sekunden. Wir können uns einfach nicht mehr so lange auf eine Sache konzentrieren und verlieren schnell das Interesse, darum sind Artikel im Listenformat ansprechender, denn sie versprechen eine einfache Lektüre, da sie problemlos überflogen werden können.

Du weißt sofort, dass der erste Artikel 11 Tipps enthält. Der zweite Inhalt könnte fünf oder 50 Tipps zu wichtigen Themen wie Schreibstil, E-Mail-Marketing und Artikeloptimierung enthalten, man kann sich aber eben nicht sicher sein.

Listicles sind übersichtlich und in der Regel einfach strukturiert. Sie bestehen aus einer kurzen Einführung, einer Liste mit Ideen und einer Zusammenfassung. Sie lassen sich schnell planen und im Vergleich zu anderen Formaten relativ einfach schreiben.

Listicles sind so beliebt, weil sie uns im Gedächtnis bleiben und weil alle Informationen bereits übersichtlich organisiert sind, was uns ein Gefühl der Zufriedenheit gibt, weil Menschen feste Muster bevorzugen.

Vermarkter lieben Listenartikel, weil sie besonders viele Klicks erzeugen. Laut einer aktuellen Studie bevorzugen 36 % aller Leser Artikel mit Überschriften, die Nummern enthalten.

Wie Listicles erfolgreich im Contentmarketing eingesetzt werden können

Viele Blogger benutzen dieses Format nicht gerne, weil Listicles so einen schlechten Ruf haben, dabei sind sie extrem informativ und hilfreich, wenn sie qualitativ hochwertige Informationen enthalten.

Ich habe beispielsweise den folgenden Artikel im Listenformat zum Thema Marketing auf TikTok geschrieben, der durchaus hilfreiche Informationen zum Thema Trafficsteigerung und Markenwahrnehmung enthält.

Listicle on how to use TikTok in marketing

Contentmarketing wird eingesetzt, um Leser länger auf einem Blog zu halten und darum sind Listicles eine tolle Bereicherung für jede Contentmarketingstrategie, da sie genau auf dieses Ziel ausgerichtet sind.

Du kannst Listicles erfolgreich einsetzen, um mehr Klicks zu gewinnen, Traffic zu generieren und Deine Marke zu stärken. Hier sind ein paar Beispiele:

Listicles sind tolle Leadmagneten, mit denen man E-Mail-Kontakte sammeln kann. Du kannst dieses Format nutzen, um Expertenratschläge zu teilen und die Social-Media-Präsenz Deiner Marke zu stärken.

Wie man einen Listenartikel schreibt – 6 einfache Schritte

Jetzt weißt Du, warum Du Listicles schreiben solltest, darum zeige ich Dir als Nächstes, wie man wirksame Listenartikel erstellt, um mehr Traffic zu generieren.

1. Das richtige Thema finden

Der erste Schritt ist besonders wichtig, denn wenn Du das falsche Thema wählst, wirst Du mit diesem Format trotzdem keine Klicks erzielen.

Einige Themen eignen sich von Natur aus besser als Listicle, da sie problemlos in Schritte oder Bereiche unterteilt werden können.

Blogbeiträge, die praktische Beispiele enthalten, eignen sich ebenfalls Listicle:

Aber was macht man, wenn sich der Inhalt nur schwer in eine Liste umzuwandeln lässt? Kann man solche Themen ebenfalls in einen Listicle verwandeln?

Mit ein bisschen Kreativität und Einfallsreichtum ist das natürlich auch möglich, da das Format Listicle nicht auf einen bestimmten Schreibstil beschränkt ist. Der Artikel “Geschichte: Die erfolgreichste Allianz der Welt – 70 Jahre Freiheit” ist ein tolles Beispiel dafür. In diesem Artikel geht es um die Entstehungsgeschichte NATO (Nordatlantikpakt). Der Artikel enthält „… die 9 größten Momente in der Geschichte der NATO“, ist also auch eine Art Liste.

Du kannst das gewünschte Thema (oder Hauptkeyword) auch auf Google eingeben, um zu prüfen, ob es sich für einen Listicle eignet.

Wenn die Suchergebnisse zum größten Teil aus Listenartikeln bestehen, kannst Du daraus ableiten, dass die Leser dieses Format bevorzugen und gerne konsumieren.

Listicle Content How to Write Them The 6 step Guide 1

Oder wirf einen Blick auf Deine Daten in Google Analytics. Falls bestimmte Themen besonders viel Traffic generieren, könnten diese unter Umständen erfolgreich in einen Listicle umgewandelt werden.

Das Keyword „Listicle“ wird laut Ubersuggest jeden Monat 6.600 Mal auf Google eingegeben, und da eine so große Nachfrage herrscht, bietet sich dieses Format an.

listicle ubersuggest example

2. Keywords recherchieren

Wenn Listicles Teil Deiner Contentmarketingstrategie sein sollen, musst Du vorher eine gründliche Keywordrecherche durchführen.

Keywords sind Suchbegriffe, die von Nutzern in eine Suchmaschine eingegeben werden, um Informationen zu bestimmten Themen zu finden. Diese Keywords werden von Google und anderen Suchmaschinen genutzt, um passende Inhalte zu finden und als Suchergebnis anzuzeigen, darum müssen sie auch auf Deiner Webseite oder in Deinen Blogbeiträgen enthalten sein.

Du kannst Dein Ranking verbessern und Deine Inhalte für bestimmte Begriffe in den Suchergebnissen platzieren, indem Du Deine Inhalte mithilfe dieser Suchbegriffe optimierst.

Für die Keywordrecherche stehen Dir zahlreiche tolle Programme zur Verfügung, unter anderem der Google Keyword-Planer oder meine eigene Software Ubersuggest.

Achte bei Deiner Recherche auf geeignete Long-Tail-Keywords, da diese genutzt werden können, um Deinen Listicle noch genauer auf spezifische Suchanfragen und Keywords auszurichten.

3. Gliederung erstellen

Du hast Dich für ein Thema entscheiden und geeignete Keyword gefunden. Als Nächstes musst Du Dich um den Inhalt Deines Artikels kümmern.

Prüfe dafür am besten zuerst die Artikel Deiner Mitbewerber, da sie höchstwahrscheinlich schon mal Beiträge zu diesem Thema geschrieben haben. Vielleicht findest Du auf diese Weise Schwachstellen oder Lücken, die Du abdecken kannst.

Ich habe bei der Vorbereitung dieses Artikels auch recherchiert, was bereits über das Thema ‚Listicles‘ geschrieben wurde.

Listicle content outline your list points

Es gibt bereits haufenweise Artikel zum Thema „Wie schreibt man Listicles“, doch nur eins der oberen Suchergebnisse ist ebenfalls ein Listicle. Da wir bereits wissen, dass Listicles häufiger angeklickt werden, macht es natürlich Sinn, einen ausführlichen und hochwertigen Artikel im Listenformat zu erstellen, um die bereits vorhandenen Inhalte zu übertreffen.

Jetzt müssen wir nur noch eine Gliederung mit den zu behandelnden Themen und Unterthemen erstellen. Führe dazu am besten ein Brainstorming durch und gehe die Liste mit gefundenen Ideen anschließend noch mal in Ruhe durch, um redundante Ideen zusammenzuführen und schon mal eine Reihenfolge festzulegen. Besonders umfangreiche Punkte müssen in Unterthemen unterteilt oder in mehrere Punkte aufgeteilt werden.

Außerdem solltest den Bereich „Ähnliche Fragen“ auf Google prüfen, weil man hier ebenfalls sehr interessante Ideen finden kann und damit sichergestellt ist, dass das Thema zureichend abgedeckt wird.

Listicle Content People also ask

Ergänze Deinen Beitrag dann mit Beispielen. Jedes Element auf Deiner Liste muss einem bestimmten Zweck erfüllen und dies sollte begründet werden. Im Falle einer Schritt-für-Schritt-Anleitung muss erklärt werden, wie ein bestimmtes Ziel erreicht werden kann. Dieser Artikel über Leadmagneten auf HelloBar enthält unterschiedliche praktische und anschauliche Beispiele mit ausführlichen Erklärungen zu jedem Leadmagneten.

Listicle on HelloBar example

Verlinke aus dem Artikel auch auf nützliche weiterführende Quellen, damit sich der Leser bei Bedarf sofort weiter ins Thema einlesen kann, versuche aber nicht, Deinen Artikel gezielt für bestimmte Keywords zu platzieren. Auf diese Weise erhältst Du einen informativen Artikel, der nicht zu lang ist.

4. Inhalte auflisten

Dein Listicle muss aber nicht unbedingt aus einer klassischen Liste bestehen. Ziel ist es, dem Leser ein besseres Leseerlebnis zu bieten, darum bieten sich Aufzählungszeichen und Nummerierungen an, weil sie den Leser durch den Inhalt führen. Außerdem binden sie den Leser an Deinen Artikel, aus diesem Grund sollte die Zahl der behandelten Punkte oder Inhalte bereits in der Überschrift erwähnt werden.

Besonders ausführliche und lange Themen können mithilfe von Nummerierungen besser aufgeteilt werden, denn falls der Leser den Artikel plötzlich unterbrechen muss, kann er die entsprechende Stelle später problemlos wiederfinden.

Zudem ermöglicht es das einfachere Teilen spezifischer Unterpunkte, da man in diesem Fall nur die Nummer nennen muss und nicht die gesamte Unterüberschrift oder den entsprechenden Abschnitt.

Doch wie viele Punkte darf ein solcher Listenartikel enthalten? Runde zahlen kann man sich besser merken, doch ungerade Zahlen erzielen interessanterweise mehr Klicks.

Es gibt eigentlich keine genauen Vorgaben, denn es kommt immer auf das jeweilige Thema, Deine Branche und die Umstände an.

Falls die Listicles der Konkurrenz immer aus 10 Punkten bestehen, solltest Du einen Artikel schreiben, der 25 oder 30 Punkte enthält. Falls die Listicles immer sehr lang und ausführlich sind, würdest Du mit einem kürzeren Artikel eventuell bessere Ergebnisse erzielen.

Für welche Strategie Du Dich am Ende auch entscheiden solltest, wichtig ist, dass Du die Aufmerksamkeit des Lesers auf deinen Artikel lenkst und sein Interesse weckst.

5. Interessante Bilder und Fotos hinzufügen

Leser verlieren bei langen Texten schnell das Interesse, da hilft auch kein Aufzählungszeichen. Du kannst Deinen Artikel jedoch visuell ansprechender gestalten, indem Du hilfreiche Bilder hinzufügst, die den Text sinnvoll ergänzen. Dies verbessert die Lesbarkeit Deines Artikels und steigert Deinen Traffic

Bilder und GIFs fallen dem Leser sofort ins Auge und können Informationen noch besser rüberbringen als reiner Text. Anleitungen, die Bilder enthalten, bleiben dem Leser zum Beispiel 323 % besser in Erinnerung als Anleitungen, die nur aus Text bestehen. Zudem erzielen Artikel mit relevanten Bildern 94 % mehr Ansichten als Artikel ohne Bilder.

Buzzfeed ist für diese Technik bekannt. Die meisten Artikel auf Buzzfeed enthalten gleich mehrere Bilder. Man kann einfach nicht anders. Man scrollt immer weiter, weil man sich das nächste Bild anschauen will.

Die Bilder müssen jedoch zum Inhalt passen. Du darfst Deinen Artikel auf keinen Fall mit nutzlosen Bildern füllen, die dem Inhalt keinen Mehrwert beisteuern, weil die Leser Deine Webseite dann wieder verlassen würden.

Selbst gemachte oder professionelle Fotos sind natürlich immer am besten. Falls es um Dein Produkt geht, muss der Artikel natürlich Fotos Deines Produktes enthalten. In diesem Artikel auf Digital Trends geht es zum Beispiel um Desktopcomputer, darum enthält er Bilder von Computern, da dies das Vertrauen der Leser in den Inhalt weckt.

add pictures to listicles

Falls Du keine eigenen Fotos machen kannst, kannst Du kostenlose Fotos im Internet finden, zum Beispiel auf Pixabay, Unsplash oder Flickr.

6. Clickbait-Überschriften vermeiden

Ich weiß, dass ich schon oft positiv über Clickbait-Überschriften berichtet habe, darum möchte ich an dieser Stelle eins klarstellen: Clickbait ist nicht immer negativ belastet.

Überschriften, die später nicht halten, was sie versprechen, haben jedoch sehr wohl negative Konsequenzen. Interessante und gut formulierte Überschriften, die die Neugier des Lesers wecken, sind jedoch sehr wirksam.

Kannst Du das Versprechen Deiner Überschrift im Listicle nicht halten? Ist Deine Überschrift unrealistisch oder unwahr?

Wenn Du diese Fragen mit “Ja” beantwortest, ist Deine Überschrift reine Clickbait. Das muss unbedingt vermieden werden, weil diese Technik Listicles ihren schlechten Ruf beschert hat.

Sensationsgetriebene Überschriften sind irreführend und schaden Deinem Blog. Gute Überschriften halten, was sie versprechen und darum überzeugen sie Deine Leser.

Im Durchschnitt lesen nur acht von zehn Leuten Deine Überschrift und nur zwei dieser acht Leute lesen den gesamten Artikel. Diese Statistik zeigt, wie wichtig die Überschrift ist, um zufällige Nutzer in interessierte Leser zu verwandeln.

Fazit

Jeden Tag tauchen neue Contentmarketingstrategien auf. Doch das Einzige, was wirklich zählt, ist die Qualität Deiner Inhalte. Als kluger Vermarkter hast Du das natürlich längst erkannt und optimierst Deine Artikel darum für die Suchmaschinen und Deine Leser.

Das Format spiel gar keine so ausschlaggebende Rolle, denn mit wirklich guten Inhalten erzielt man immer mehr Traffic und gewinnt neue Leads. Listenartikel haben gleich zwei entscheidende Vorteile. Sie sind relativ einfach zu schreiben und stellen die Informationen schön übersichtlich zur Verfügung, sodass mehr Nutzer in treue Leser verwandelt werden.

Hast Du schon mal einen Listicle geschrieben? Fehlen wichtige Schritte, die Du diesem Artikel hinzufügen würdest?

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