Was sind Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA)?

What Are Remarketing Lists for Search Ads (RLSA)?

Hattest Du schon mal einen Kunden, der Deine Webseite wiederholt besucht, aber nie einen Verkauf tätigte? Kannst Du nachts nicht schlafen und fragst Dich, wohin diese Nutzer verschwinden und wie man sie zurückgewinnen kann?

Googles Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSAs) könnten die Rettung sein. Es handelt sich um interessengesteuerte Remarketing-Anzeigen, mit denen man seine Anzeigen auf potenzielle Kunden ausrichten kann. Das bedeutet, dass Du gezielt Nutzer ansprechen kannst, die am wahrscheinlichsten einen Kauf durchführen.

Darüber hinaus kannst Du auf Keywords bieten, auf die Du normalerweise nicht bieten würdest, um Kunden anzulocken, die erst kürzlich Deine Webseite besucht haben. Dies verschafft Deinem Unternehmen Zugriff auf einen breiteren Markt interessierter Käufer, mit denen Du zuvor keinen Kontakt hattest.

Ich zeige Dir, wie das geht.

Was sind Remarketing-Listen für Suchanzeigen?

Remarketing-Listen für Suchanzeigen ist eine Funktion, mit der Du gezielt Nutzer ansprechen kannst, die Deine Webseite verlassen haben, ohne etwas zu kaufen, indem Du Deine Suchanzeigen dann auf diese Zielgruppensegmente ausrichtest.

Du könntest beispielsweise Deine Anzeigengebote für Nutzer erhöhen, die Deine Webseite im letzten Monat besucht haben oder auf neue Keywords bieten, die auf Nutzer abzielen, die in der Vergangenheit schon mal einen Kauf durchgeführt und Deine Webseite kürzlich erneut besucht haben.

Du kannst Deine Gebote festlegen, Anzeigen erstellen und Keywords basierend auf dem, was Du über Deine Zielgruppe weißt, aussuchen. Vor dem Erstellen der Remarketing-Listen für Suchanzeigen sind jedoch folgende Einschränkungen zu beachten:

  • RLSAs sind nur verfügbar, wenn der Nutzer auf Google oder einer Google-Partner-Webseite sucht.
  • Bei Remarketing-Listen für Google-Suchanzeigen sind mindestens 1.000 Cookies erforderlich, damit Du Deine Suchanzeigen mithilfe der Liste an die entsprechenden Nutzer anpassen kannst.
  • Die maximale Lebensdauer einer Remarketing-Liste für Suchanzeigen beträgt 540 Tage.

Die Vorteile der Verwendung von RLSAs

Schätzungen von Google zufolge führen lediglich 2 % bis 4 % der Webseitenbesuche zu einem Kauf. Dies bedeutet, dass Deine Marke dem Nutzer über einen möglichst langen Zeitraum hinweg im Gedächtnis bleiben muss, auch nachdem er Deine Webseite bereits verlassen hat.

RLSAs bieten umfassende Funktionen zur Listenerstellung, mit denen Deine Zielgruppe in Segmente unterteilt werden kann. Auf diese Weise kannst Du gezielter potenzielle Kunden ansprechen, die bereits Interesse an Deinem Produkt gezeigt haben, was zu höheren Umsätzen und einem besseren ROI führen kann.

Darüber hinaus steigern personalisierte Inhalte die Kundenbindung. Eine Umfrage von Adobe Spark ergab, dass 67 % der befragten Teilnehmer maßgeschneiderte Inhalte erwarten. 47 % der Befragten sagten, dass sie sich ärgern, wenn eine Marke ihre Inhalte nicht an ihre Bedürfnisse anpasst, und 66 % gaben an, dass sie deswegen keinen Kauf tätigen würden.

Remarketing-Listen für Suchanzeigen bieten Personalisierungs-, Engagement- und Rückgewinnungspotenzial, das alles in Tools, die Du bereits verwendest.

Wie erstellt man eine RLSA-Kampagne?

Du musst zuerst ein Code-Snippet auf Deiner Webseite einbinden. Dieses findest Du in Deinem Google- Ads-Konto. Mithilfe dieses Codes wird jeder Websitebesucher dann in Google Ads in Dein Segment aufgenommen. Du kannst das Segment mit den Webseitenbesuchern und App-Nutzern nun in Deinen Kampagnen und Anzeigengruppen verwenden.

Nun musst Du eine Kampagne einrichten und kannst dann mit der Einrichtung Ihrer Remarketing-Listen für Suchkampagnen beginnen.

RLSAs können auf zwei Arten verwendet werden:

  1. für Gebote und Ausrichtung auf Anzeigengruppen
  2. für Gebote und Ausrichtung auf Kampagnen

Du kannst sie nicht gleichzeitig auf beiden Ebenen derselben Kampagne anwenden. Wenn Du Deine Remarketing-Listen bereits auf Deine Anzeigengruppe angewendet hast, sie aber jetzt für eine Kampagne verwenden möchtest, musst Du sie zuerst aus der Anzeigengruppe entfernen, um sie auf Kampagnenebene anwenden zu können.

Führe die folgenden Schritte aus, um Remarketing-Listen auf eine Suchanzeige oder Kampagne anzuwenden.

  1. Erstelle eine neue Suchnetzwerk-Kampagne oder wähle eine bestehende Kampagne oder Anzeigengruppe aus.
  2. Klicke im Seitenmenü links auf „Zielgruppen“.
  3. Klicke auf das Stiftsymbol, um eine Zielgruppenliste zu erstellen.
  4. Wähle unter „Hinzufügen zu“ Kampagne oder Anzeigengruppe aus, – je nachdem, auf welcher Ebene Du die Ausrichtung hinzufügen möchtest.
  5. Klicke auf „Kampagne auswählen“ (bzw. Anzeigengruppe auswählen) und wähle die gewünschte Kampagne oder Anzeigengruppe aus.
  6. Klicke im Bereich „Bisherige Interaktionen der Zielgruppe mit Ihrem Unternehmen“ auf das Drop-down-Menü „Websitebesucher“.
  7. Klicke auf das Kästchen neben den Remarketing-Listen, die Du verwenden möchtest.
  8. Klicke auf „Speichern“.

Als Nächstes musst Du Deine Ausrichtungseinstellungen überprüfen. Du kannst zwischen zwei Ausrichtungseinstellungen wählen:

  1. „Beobachtung“ – Damit kannst Du die Leistung der Zielgruppenlisten beobachten und Gebotsanpassungen für Nutzer in Remarketing-Listen festlegen.
  2. „Ausrichtung“ – Deine Anzeigen werden nur für Nutzer in den Remarketing-Listen ausgeliefert. Mit dieser Einstellung wird die Reichweite Deine Kampagne eingeschränkt.

Sechs Tipps zur Verwendung von Remarketing-Listen für Suchanzeigen

Nachdem Du Deine Remarketing-Listen für Suchanzeigen eingerichtet hast, können wir mit der Optimierung Deiner Kampagne beginnen. Dies erfordert die Nutzung von SEO-Grundlagen und die kontinuierliche Verbesserung des Prozesses, auf diese Weise stellst Du sicher, dass Du nur interessierte Nutzer ansprichst, die auf Dein Angebot eingehen und konvertieren.

Segmentiere Deine Zielgruppe

Du wirst nach kurzer Zeit Übereinstimmungen im Verhalten Deiner Webseitenbesucher erkennen. Verwende diese Daten, um detailliertere, segmentierte Listen zu erstellen und Deine Kunden zu kategorisieren, um ihnen anschließend die richtigen Anzeigen zu zeigen.

Hier sind einige Beispiele:

  • Kunden, die den Kauf abgebrochen haben
  • vergangene Kunden
  • Besucher, die sich die Produktseite angesehen haben
  • alle Webseitenbesucher
  • Besucher, die die Kontaktseite aufgerufen haben
  • Nutzer, die Deine Webseite bereits mehrere Male besucht haben

Je detaillierter die Segmentierung, desto einfacher wird die Personalisierung Deiner Anzeigen, was zu höheren Conversions führt.

Schneide Deine Anzeige auf bestimmte Kundensegmente zu

Laut Segment sind 71 % der Verbraucher frustriert, wenn das Einkaufserlebnis nicht auf sie zugeschnitten ist und laut Instapage sind 74 % der Verbraucher frustriert, wenn die Webseite nicht personalisiert ist. Dies bedeutet, dass Personalisierung oberste Priorität hat.

Der Vorteil von Remarketing-Listen besteht darin, dass Du bereits viele Informationen über Deine Benutzer gesammelt hast, das heißt, dass Du den Text Deiner Anzeige genaustens auf ihre Bedürfnisse zuschneiden kannst.

Du könntest wiederkehrenden Kunden beispielsweise Anzeigen basierend auf Produkten anzeigen, an denen sie bereits Interesse gezeigt haben. Oder Du könntest Besuchern, die Deine Webseite schon oft besucht, aber nie etwas gekauft haben, einen Rabatt anbieten.

Das Anpassen Deiner Texte und Angebote kann helfen, bessere eine bessere Beziehung zu Deinen Besuchern aufzubauen und bietet eine Gelegenheit für höhere Konversionen. Das Verständnis der Kundenbedürfnisse ist der Kern Deiner digitalen Marketingstrategie.

Wenn Du mehr über die Anpassung Deiner Inhalte oder Zielgruppenausrichtung erfahren möchtest, solltest Du Dich an einen unserer Berater wenden.

Nutze die demografische Zielgruppenausrichtung

Je detaillierter die Zielgruppenausrichtung, desto besser.

Mithilfe der demografischen Ausrichtung in Google Ads erreichst Du potenzielle Kunden, die wahrscheinlich zu einer gewünschten Altersgruppe bzw. einem bestimmten Geschlecht gehören oder einen gewünschten Elternstatus bzw. ein bestimmtes Haushaltseinkommen haben. Je besser Du Dein Publikum kennst, desto genauer kannst Du Deine Inhalte auf sie zuschneiden, um höhere Conversions zu erzielen.

Du kannst diese Funktion auch nutzen, um genauere Zielgruppen-Personas zu erstellen, die sich bereits im Verkaufstrichter befinden (für Dein Produkt interessieren).

Wenn Du beispielsweise herausfindest, dass die meisten Deiner Nutzer aus derselben Einkommensklasse stammen oder in eine bestimmte Altersgruppe fallen, kannst Du Deine Anzeigen noch besser personalisieren. Dies ermöglicht es Dir, Deine Gebote anzupassen und höhere oder niedrigere Gebote für bestimmte demografische Gruppen abzugeben.

Überwache und erweitere Deine Zielgruppe

Verwende die automatische Ausrichtung oder die Funktion „Ähnliche Zielgruppen“, um neue potenzielle Kunden zu akquirieren.

Mithilfe der automatischen Ausrichtung erweiterst Du bestehenden Remarketing-Listen nur um solche Zielgruppen, bei denen eine hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit besteht. Der Vorteil besteht darin, dass Google Dein Publikum automatisch erweitert. Der Nachteil ist, dass die Liste sehr ungenau werden kann, darum solltest Du sie hin und wieder überprüfen und gegebenenfalls bereinigen.

Wenn Du Deine Zielgruppe lieber manuell erweiterst, hast Du die Möglichkeit, jeden Inhalt noch einmal zu überprüfen, bevor er veröffentlicht wird. Für welche Taktik Du Dich auch entscheidest, es ist wichtig, Deine Kampagnen stets im Auge zu behalten, um sicherzustellen, dass das Engagement nicht sinkt.

Recherchiere Deine Keywords

Es ist wirklich wichtig, jedes Keyword, das Besucher auf Deine Webseite geführt hat, zu analysieren, um zu verstehen, wonach sie suchen und wie Du es ihnen geben kannst.

Kunden, die bereits mit Deiner Webseite vertraut sind, suchen vielleicht nach Deinem Namen. In diesem Fall kannst Du davon ausgehen, dass sie Dein Unternehmen bereits kennen und die generische Willkommensnachricht überspringen.

Wenn der Kunde jedoch auf Deine Webseite gestoßen ist, weil er nach einem ähnlichen Produkt gesucht hat, solltest Du Deine besten Produkte oder Dienstleistungen hervorheben, damit er sich für Deine Marke entscheidet.

Im Laufe der Zeit findest Du auch heraus, welche Keywords funktionieren und welche nicht. Diese Informationen kannst Du dann nutzen, um Dein Ranking-System zu optimieren. Eine gründliche Keywordrecherche ist auch hier das Weg zur SEO. Ubersuggest ist ein großartiges Tool, das Dich durch den gesamten Prozess führen kann.

Passe Deine Gebote bei Bedarf an

Obwohl uns ja eigentlich beigebracht wird, dass eine breite Gebotsstrategie zu vermeiden ist, zielen RLSAs ja bereits auf qualifiziertere Benutzer ab, darum kannst Du in diesem Fall ruhig auf allgemeine Keywords bieten.

Falls Du etwas herumprobieren und testen willst, solltest Du unterschiedliche Kampagnen und Anzeigengruppen für jedes Keyword anlegen, um herauszufinden, welches die größten Auswirkungen auf Deine Conversion-Rates hat.

Passe Deine Gebotsstrategie nach Bedarf an. Möglicherweise stellst Du fest, dass Deine mobilen Kunden am aktivsten sind, daher wäre es sinnvoll, diese Gebote zu erhöhen. Wenn Du verstärkt Besucher ansprechen willst, die Deine Webseite in den vergangenen 30 Tagen aufgerufen haben, musst Du Dein Gebot für dieses Zielgruppensegment erhöhen.

Fazit

Mit Remarketing-Listen für Suchanzeigen kannst Du qualifizierte Leads gezielt ansprechen und ihnen zeitnah personalisierte und relevante Inhalte bereitstellen, um sie schneller zu konvertieren.

Die gesammelten Daten können genutzt werden, um Deine Zielgruppen zu segmentieren und Buyer Personas zu erstellen. Darüber hinaus können Remarketing-Listen für eine Vielzahl von Anzeigengruppen und zukünftige Kampagnen verwendet werden.

Erfolgreiche Marketingstrategien kombinieren die besten Tools mit erprobten Praktiken, lasse Dir diese aufregende Funktion also nicht Entgehen.

Mit welchen Taktiken für Remarketing-Listen für Suchanzeigen warst Du erfolgreich?

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