Wie man ohne SEO mehr organischen Traffic bekommt (ernsthaft)

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist, wie wir alle wissen, eine Langzeitstrategie… zumindest SEO für Google. Ich meine, wer würde nicht gerne für ein beliebtes Keyword ganz oben in den Google-Ergebnissen erscheinen? Die Realität sieht jedoch anderes aus, denn oft haben wird weder das benötigte Budget noch Zeit dafür. Was kann man also machen? Was wäre, wenn ich Dir sagen würde, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, um ganz ohne SEO mehr organischen Traffic zu gewinnen? Ich meine es ernst. Aber wie? Wie generiert man mehr organischen Traffic? Lass mich Dir dazu eine Geschichte erzählen…

Die guten alten Tage

Als ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit der SEO beschäftigte, konnte ich eins wirklich gut. Rankings erobern! Das war jedoch 2003 und damals war es wirklich nicht schwierig auf Google (oder anderen Suchmaschinen) zu erscheinen. Damals musste man einfach nur ganz viele Keywords auf einer Seite und in den Meta-Tags platzieren, dazu ein paar spammige Ankertexte schreiben, Links setzen und schon war man fertig. Die Ergebnisse ließen oft nicht mal einen Monat auf sich warten. Damals war die SEO noch nicht kompliziert, sie war sogar so einfach, dass ich eine eigene SEO-Agentur gründete und eine Webseite für meine Agentur baute.
Meine Webseite erschien ganz oben in den Suchergebnissen, ich habe aber nicht einen Cent verdienen können. Nichts. Ich habe sogar Geld verloren, weil ich für die Domain-Registrierung und das Hosting zahlen musste. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und beschloss, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe meine Keywords genommen und dann nach und nach in Google eingegeben, um herauszufinden, wer Werbung für diese Keywords schaltet. Dann habe ich zu jedem dieser Unternehmen Kontakt aufgenommen, weil ich mit dem Verantwortlichen fürs Marketing sprechen wollte. Ich habe sie gefragt, wie viel Geld sie für Onlinewerbung ausgeben und habe ihnen dann angeboten, denselben Traffic für weniger Geld zu erzielen, denn ich hatte bereits unter Beweis gestellt, dass dies möglich sei. Ich habe diesen Unternehmen dann einfach eine Seite auf meiner Webseite gegen eine monatliche Gebühr „vermietet“, die natürlich viel günstiger war als die Werbung. Ehe ich mich versah, bekam ich von meinen neuen „Mietern“ jeden Monat einen Scheck mit einem fünfstelligen Betrag und meine Kunden waren rundum glücklich, weil sie jetzt nur noch einen Bruchteil der Kosten tragen mussten, jedoch dieselben Ergebnisse erzielten.

Welche Strategie steckt dahinter?

Ganz einfach. Damals habe ich meine Webseite vermietet… die gesamte Webseite. Mittlerweile weißt ich jedoch, wie man mit einer Webseite Geld verdient und muss sie darum nicht mehr vermieten. Ist Dir aber schon mal aufgefallen, dass die meisten Webseiten, die in den Suchergebnissen auf Google erscheinen, informative Webseiten sind? Über 56 % des organischen Traffics einer Webseite landet normalerweise auf dem Blog oder in einem Onlineartikel.
Warum mietet man nicht einfach eine Landingpage auf einer anderen Webseite und bewirbt dort seine Produkte und Dienstleistungen? Es hört sich verrückt an, funktioniert aber wirklich. Ich habe einen Mitarbeiter, dessen Aufgabe ausschließlich darin besteht, geeignete Webseiten zu finden und dann eine Landingpage auf diesen Webseiten zu mieten. Diese Strategie funktioniert in jeder Branche und ich verdiene extrem gut daran, denn ich nehme viel mehr Geld ein als ich für die „Miete“ zahle. Hier sind die Kosten des letzten Monats: Miete: 24.592 Euro Kontaktaufnahme: 3.000 Euro Anwaltskosten: 580 Euro Kosten für Werbetexte und Monetarisierung: 1.500 Euro Monatliche Gesamtkosten: 29.672 Euro Jetzt rate mal, wie viel ich letzten Monat mit dieser Strategie verdient habe? Einnahmen: 79.283,58 Euro Kein schlechtes Ergebnis. Du wirst wahrscheinlich nicht so viel Geld ausgeben müssen, weil Du die Kontaktaufnahme und Monetarisierung selbst übernehmen kannst und auch nicht unbedingt einen Anwalt einstellen musst. Lass Dich auch nicht von den Mietkosten abschrecken, denn ich zeige Dir, wie Du die ersten 30 Tage keinen einzigen Cent ausgibst. Es geht nicht um die Ausgaben, sondern um den Gewinn, den Du mit dieser Strategie erzielen kannst und wenn Du für die ersten 30 Tage gar nichts zahlen musst, aber trotzdem schon mal Gewinn erzielst, gehst Du so gut wie gar kein Risiko ein. Und so setzt Du diese Strategie selbst um:

Schritt Nr. 1 : Finde die Suchbegriffe, für die Du platziert werden willst

Falls Du Deine Keywords bereits kennst, kannst Du diesen Schritt überspringen. Wenn nicht, solltest Du jetzt Ubersuggest aufrufen und dort die URL eines Deiner Mitbewerber eingeben. So geht’s: Schritt Nr. 1 : Gib die URL Deines Mitbewerbers in die Suchbox ein und klick auf „Suchen“. Schritt Nr. 2 : Klick in der linken Seitenleiste auf „Top Seiten“. Schritt Nr. 3 : Schau Dir die Ergebnisse an. Schritt Nr. 4 : Klick auf „Alle anzeigen“, um alle Keywords zu sehen, für die die jeweilige Seite in den Suchergebnissen erscheint. Klick anschließend auf „Keywords“, um eine Liste aller Keywords des Mitbewerbers zu erhalten. Neben den jeweiligen Keywords bekommst Du folgende Details und Kennzahlen:
  • Monatliches Suchvolumen
  • Aktuelle Position auf Google
  • Geschätzte monatliche Seitenaufrufe für das jeweilige Keyword
  • Geschätzter Wettbewerb in der organischen Suche
Jetzt musst Du eine Liste zusammenstellen, die alle Keywords mit hohem Suchvolumen und hohem CPC enthält, denn hohe Klickkosten weisen i. d. R. darauf hin, dass diese Keywords gut konvertieren.
Keywords mit niedrigen Kosten pro Klick konvertieren meistens nicht so gut. Die Keywords müssen natürlich auch zu Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung passen, denn sonst kannst Du den gewonnenen Traffic nicht zu Geld machen.

Schritt Nr. 2 : Führe eine Suchanfrage durch

Jetzt musst Du die Keywords in Google eingeben. Schau Dir die Seiten an, die die ersten zehn Positionen einnehmen, denn Dein Ziel ist es, selber hier platziert zu werden. Seite zwei musst Du Dir gar nicht erst anschauen. Achte auf folgende Dinge:
  • Die Webseite darf kein direkter Konkurrent sein, weil der höchstwahrscheinlich keinen Platz auf seiner Webseite vermieten würde.
  • Die Webseite darf selbst kein Produkt oder Dienstleistung verkaufen (Werbeanzeigen sind ok).
  • Die Webseite sollte idealerweise einem kleinen Unternehmen gehören, denn eine Aktiengesellschaft würde nicht auf Dein Angebot eingehen. Ein Unternehmen, das mit Risikokapital finanziert wurde, auch nicht. (Das kannst Du übrigens auf Crunchbase nachschauen).

Schritt Nr. 3 : Nimm Kontakt zum Eigentümer auf

Auf der Kontaktseite ist normalerweise eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer zu finden. Falls Du dort nur ein Kontaktformular findest, solltest Du dieses zur Kontaktaufnahme nutzen. Falls Du nicht fündig wirst, kannst Du die Daten auf Whois Lookup nachschauen. Manchmal findet man hier eine Telefonnummer. Du musst das Unternehmen telefonisch erreichen. MACH DEIN ANGEBOT AUF KEINEN FALL PER E-MAIL. Ein Angebot per E-Mail funktioniert einfach nicht. Wenn Du keine Telefonnummer finden kannst, musst Du eine E-Mail schreiben, die ungefähr diesem Wortlauf entspricht:
Betreffzeile: [Name der Webseite] Sehr geehrte(r) Herr/Frau [Name des Ansprechpartners], hätten Sie Zeit für ein kurzes Gespräch am Telefon? Wir haben Ihr Unternehmen gefunden und würden uns mit Ihnen gerne über eine mögliche Zusammenarbeit unterhalten. Über eine schnelle Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen, [Dein Name] [Dein Unternehmen] [Deine Telefonnummer]
Die E-Mail muss möglichst kurz sein, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man mit dieser Strategie mehr Erfolg hat. Wenn die entsprechende Person dann anruft, kannst Du ihr mehr von Dir und Deinem Unternehmen erzählen. Erwähne in diesem Gespräch auch, dass Du Dich für eine oder mehrere Seiten ihren Webseite interessierst. Teile dem Gesprächspartner die URL(s) mit, um die es geht, und erkläre, dass Du diese URL gerne gegen eine monatliche Gebühr mieten würdest und gar nicht viel verändern willst… hättest aber gerne zusätzliche Informationen, bevor Du ein genaues Angebot machen kannst. Du musst herausfinden, wie viel Traffic die Seite bekommt und für welche Keywords sie in den Suchergebnissen platziert wird. Das Unternehmen kann diese Daten problemlos in Google Analytics nachschauen (da die meisten Unternehmen die Google Search Console nicht kennen oder nicht benutzen). Wenn sie Dir die gewünschten Daten mitgeteilt haben, musst Du Dich bedanken und kannst sagen, dass Du sie in den nächsten Tagen noch mal anrufst, wenn Du die Zahlen geprüft und über ein Angebot nachgedacht hast. Als Grundlage für Deine Berechnungen solltest Du die konservative Conversion-Rate von 0,5 % benutzen, um herauszufinden, wie viele neue Kunden Du gewinnen könntest, wenn 0,5 % des Traffics konvertieren würden. Wie viel Geld würde nach Abzug aller Kosten in diesem Fall noch übrig bleiben? Wir benutzen hier eine niedrige Conversion-Rate als Grundlage, weil wir die gemietete Seite nicht zu stark verändern können, denn sonst würde sie im Ranking fallen. Sobald Du weißt, wie viel Dir die Seite wert ist, kannst Du das Unternehmen zurückrufen und sagen, dass Du die Seite gerne 30 Tage lang testen würdest, um Daten zu sammeln und ihnen anschießend ein faires Angebot machen zu können. Die meisten Leute gehen auf dieses Angebot ein, weil sie ja eh kein Geld mit der Seite verdienen.

Schritt Nr. 4 : Verdiene Geld mit der gemieteten Seite

Wenn Du Produkte verkaufst, kannst Du einen Link zur Produktseite auf der gemieteten Seite platzieren. Falls Du beispielsweise Küchengeräte wie Toaster verkaufen würdest, könntest Du auf die Produktseite eines Toasters verlinken, so wie in diesem Artikel. Links zu bestimmten Produkten oder Dienstleistungen lassen sich problemlos in Blogbeiträgen platzieren, die zum Thema passen.
Lösche aber keine Inhalte. Neue Inhalte hinzufügen ist hingegen kein Problem, doch wenn Du Inhalte löschst, hat das oft negative Auswirkungen aufs Ranking der Seite. Falls Du Dienstleistungen, z. B. Beratungen, anbietest, solltest Du Dein Kontaktformular verlinken. Oder platziere das Formular direkt auf der gemieteten Seite, so wie das folgende Formular von HubSpot.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Formulare auf der gemieteten Seite bessere Ergebnisse erzielen als ein Link zu einem Kontaktformular. Denk aber daran, dass jedes Formular einen Haftungsausschluss braucht, weil Du die Informationen der Nutzer sammelst, darum müssen sie darüber in Kenntnis gesetzt werden. Außerdem solltest Du darauf hinweisen, dass die Seite gemietet ist und NoFollow-Links setzen. Du wirst schon bald beurteilen können, wie viel Geld Du verdienst und kannst der Webseite dann ein entsprechendes Angebot für eine längere Laufzeit machen. Ich würde einen Jahresvertrag mit 30-tägiger Kündigungsfrist empfehlen. Ich bevorzuge Jahresverträge, weil ich nicht ständig nachverhandeln möchte. Die 30-tägige Kündigungsfrist ist für meinen eigenen Schutz, denn wenn das Ranking plötzlich fällt, kann ich jederzeit kündigen. Meine Verträge sind so konzipiert, dass nur ich die Kündigungsfrist jederzeit wahrnehmen kann. Das jeweilige Unternehmen ist an den Jahresvertrag gebunden.

Fazit

SEO ist nicht die einzige Strategie zur Generierung von organischem Traffic. Mit ein bisschen Kreativität, zum Beispiel der Miete von Seiten, die bereits ein hohes Ranking einnehmen, kann man ebenfalls gute Ergebnisse erzielen und oftmals sind diese Lösungen sogar günstiger und die Ergebnisse stellen sich schneller ein, als bei der Investition in eine längerfristige SEO-Strategie. Leider hat diese Strategie kein besonders großes Wachstumspotenzial, darum würde ich Dir empfehlen, dass Du sie mit SEO kombinierst, um einen größeren ROI zu erwirtschaften. Wenn Du mehrere Webseiten findest, die Dir gegen eine monatliche Gebühr ihre Seiten vermieten, machst Du natürlich mehr Umsatz. Das tolle an dieser Strategie ist, dass Du so gleich mehrere Positionen auf der ersten Seite der Suchergebnisse belegen kannst. Theoretisch könntest Du sogar jedes Suchergebnis auf der ersten Seite einnehmen, falls Du überall eine Seite mieten kannst. Was hältst Du von meiner Idee? Möchtest Du es ausprobieren?

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