Warum das Redesign Deiner Webseite Dein SEO-Ranking zerstört (und wie Du es verhindern kannst)

Es kommt einem fast so vor, als würden einige Unternehmen ihre Webseite mindestens einmal pro Jahr umgestalten.

Es kommt ein neuer Trend auf und schon braucht man ein ‘zeitgenössisches’ oder ‘minimalistisches’ Web-Design.

Oder man mag die alte Farbgestaltung plötzlich nicht mehr und möchte jetzt lieber Pastellfarben.

Wir alle möchten unsere Webseite früher oder später umgestalten und viele von uns sogar regelmäßig.

Ich probiere selbst gerne neue Farben und Trends aus.

Jedoch gibt es einen feinen Unterschied.

Ich hasse Redesigns.

Design-Updates sind okay, denn sie ermöglichen nötige Verbesserungen, damit Deine Webseite immer auf dem neusten Stand ist.

Aber ein komplettes Redesign?

Eine Umgestaltung, bei der die Struktur und der Inhalt Deiner Webseite komplett überarbeitet wird?

Das muss um jeden Preis vermieden werden.

Das mag Dich jetzt vielleicht zunächst überraschen, darum werde ich in diesem Artikel einige Beispiele mit Dir teilen, bei denen so ein Redesign komplett in die Hose gegangen ist.

Noch schlimmer ist, wenn Du dadurch Dein hart verdientes SEO-Ranking zerstörst, das Du Dir über einen so langen Zeitraum mühevoll erarbeitet hast.

Ich zeige Dir, wie Du Deine SEO-Rankings nicht mir einem Redesign sabotierst.

Die Umgestaltung der Seitenstruktur führt zum Verlust von Links

Es gibt hunderte von Ranking-Faktoren, die Einfluss auf die SEO nehmen.

Backlinks liegen jedoch ganz vorne.

Externe Links sind wie die ‘Stimme’ bei einer Wahl. Die Quantität, Vielfalt und Autorität der verweisenden Webseiten nimmt Einfluss auf Deine Position in den SERPs.

Interne Links nehmen zwar weniger Einfluss, dennoch haben sie durchaus Auswirkungen auf die Nutzererfahrung des Webseitenbesuchers.

Lass mich das kurz erklären.

Im Jahr 2011 brachte Google das Panda-Update heraus. Google gab zum ersten Mal zu, dass es bei der Bestimmung der Suchergebnisse auf qualitative Faktoren zurückgreift.

Es wurde eine Umfrage mit folgenden Fragen durchgeführt:

  • Würden Sie den Informationen dieser Webseite trauen?
  • Ist diese Webseite von Experten gemacht worden?
  • Würden Sie auf dieser Webseite ihre Kreditkarteninformationen eingeben?
  • Finden Sie offensichtliche Fehler auf den Seiten dieser Webseite?
  • Besteht diese Webseite aus Originalinhalten oder Informationen?
  • Würden Sie diese Webseite als Quelle betrachten?
  • Sind auf der Webseite nützliche Daten zu finden?
  • Würden Sie diese Webseite speichern?
  • Wird Ihrer Meinung nach zu viel Werbung ausgespielt?
  • Könnten Seiten dieser Webseite in einem gedruckten Magazin erscheinen?

Die Teilnehmer wurden darum gebeten, unterschiedliche Webseiten zu bewerten.

Bereits wenige Jahre später wurde das Verhalten der Nutzer dann als bei der Verteilung der Ranking berücksichtigt.

Webseiten sollen nicht nur anhand der Länge und der Anzahl der Links ihrer Inhalte bewertet werden, sondern auch auf Basis der Nutzererfahrung.

Google möchte sich sicher sein, dass jeder Nutzer die gewünschten Informationen findet.

Wenn Du Deinen Besuchern also eine bessere Nutzererfahrung bietest, wird das Deiner Seite angerechnet.

Und wie kann man eine ansonsten positive Nutzererfahrung kaputt machen?

Mit kaputten Links, die den Nutzer von seinem Pfad auf der Suche nach Informationen abbringen.

Wenn man seine Webseite komplett umgestaltet, dann nimmt man Veränderungen an der Seitenstruktur vor.

Man erstellt neue Seiten und löscht alte oder man nimmt die Informationen einer Seite und integriert sie in eine andere bereits vorhandene Seite.

Dann ändert man das Menü und die Navigationsleiste.

Das sieht zwar alles ganz harmlos aus und die neue Webseite ist vielleicht sogar besser als die alte, was uns jedoch oft nicht klar ist, ist die Tatsache, dass so ein Redesign zu einem Haufen SEO-Probleme führt.

Die Umgestaltung der Seitenstruktur wirkt sich u. a. auf die sog. Hub Pages aus, die Du mit großer Mühe erstellt hast.

the guardian internal linking

Das sind Cluster mit Links zu verwandten Inhalten auf einer bestimmten Seite, die dem Nutzer dabei helfen, Dich als Experte auf einem bestimmten Gebiet wahrzunehmen, doch Veränderungen auf Seitenebene können die interne Linkstruktur Deiner Webseite zerstören.

Du kennst das bestimmt. Man klickt auf einen Link, weil man die Informationen auf der Seite lesen will , bekommt aber nur eine 404-Fehlerseite.

Ein oder zwei dieser Fehlerseiten sind nicht weiter schlimm, bei einem kompletten Redesign hat man es jedoch oft mit ganz vielen 404-Fehlern zu tun.

Nehmen wir einfach mal an, dass Du die Webseite eines Hotels oder eines Onlineshops umgestalten willst.

Wahrscheinlich verfügt diese Seite bereits über eine feste Struktur mit Über- und Unterseiten.

Das Hotel hat eine Überseite für “Zimmer”, gefolgt von den unterschiedlichen Zimmern als Unterseite.

wynn las vegas url structure

Solche Strukturen verändern sich jedoch im Laufe der Zeit.

Vielleicht hast Du ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung eingeführt und ein paar Zimmer renoviert oder in andere Zimmer integriert.

Eine kleine Veränderung könnte die komplette Struktur Deiner Webseite durcheinanderbringen.

Es macht aus Deiner Sicht wahrscheinlich Sinn, bestimmte Zimmer ein oder zwei Positionen nach oben zu schieben, allerdings führen Veränderungen der URL-Struktur zu kaputten internen Verlinkungen.

In einigen Fällen können sogar Hunderte oder Tausende Seiten von diesem Problem betroffen sein.

Blogs zum Beispiel.

Nehmen wir einfach mal an, Du hättest Dir über die Jahre hinweg einen erfolgreichen Blog aufgebaut und bereits mehrere hundert Artikel geschrieben.

Wenn Du den Blog im Zuge des Redesigns jetzt in ein anderes CRM-System übertragen musst, wird das Datum der Veröffentlichung aus der URL des Blogbeitrages entfernt.

In WordPress ist dafür sogar nur ein Klick in den Permalink-Einstellungen nötig.

permalink settings wordpress

Das sieht harmlos aus, führt aber immer wieder zu Problemen.

Nichtsahnende Unternehmer stehen dann plötzlich vor einer kaputten Webseite, weil scheinbar über Nacht tausende URLs kaputt gegangen sind.

Weißt Du, was dann mit den Rankings passiert?

Die fallen in den Keller.

Zum Glück gibt es die Google Search Console, mit der man kaputte Links ganz einfach finden kann.

crawl errors search console

Mein Lieblingsprogramm für technische SEO-Audits ist Screaming Frog.

Das Programm durchsucht die komplette Webseite und findet so haufenweise interne SEO-Fehler.

Wirf mal einen Blick auf den unteren Screenshot im Bereicht “Client Error (4XX)” unter “Response Codes”.

screaming frog client error

Es handelt sich hier überwiegend um 404-Fehler, die auftreten, wenn sie Seite nicht gefunden werden kann.

Bis jetzt haben wir uns fast ausschließlich auf kaputte interne Links konzentriert, das Redesign wirkt sich zusätzliche jedoch auf weitere Links aus.

Je älter eine Webseite ist und je mehr Seiten mit hoher Page Authority bereits angesammelt wurden, desto mehr kaputte Backlinks hat sie in der Regel auch.

Qualitativ hochwertige Links sind nur sehr schwer zu bekommen, darunter u. a. Links von bekannten Onlinemagazinen, Journalisten und Influencern.

Auf externe Links hat man keinen Einfluss, wenn man also die eigene URL-Struktur ändert und Seiten löscht, verliert man diese Links.

Ich sehe das leider immer wieder.

Permalink-Updates, die Verschiebung des Blogs von einer Unterdatei zu einer Sub-Domain oder das Hinzufügen eines neuen Produktes können diese Probleme hervorrufen.

Gibt es eine Lösung für dieses Problem? Ja, Finger weg von den URLs!

Nimm nach Möglichkeit keine Veränderungen an aktiven URLs vor.

Du kannst das Problem ansonsten auch mit 301-Weiterleitungen in den Griff bekommen.

Diese ‘permanenten’ Weiterleitungen zeigen der Suchmaschine, wo die alte Seite hingekommen ist.

Das Quick Page/Post Redirect Plug-in für WordPress gehört zu den beliebten Optionen.

Das Plug-in ist zudem ganz einfach zu nutzen. Du musst nur die alte “Request” URL eingeben und dann auf die neue “Destination” URL weiterleiten. Allerdings sollten Weiterleitungen nur spärlich eingesetzt werden.

Die Situation im unteren Screenshot ist auf keinen Fall wünschenswert.

existing redirects request destination

Zu viele 301-Weiterleitungen können unerwünschte Folgen haben und sind oft ein Zeichen für ein größeres, zugrunde liegendes Problem.

Es weißt darauf hin, dass Du die Seitenstruktur Deiner Webseite drastisch verändert hast, doch leider wirken sich zu viele 303-Weiterleitungen auch negativ auf Deine SEO-Rankings aus.

Zu viele 301-Weiterleitungen machen die Webseite langsam

“301”-Weiterleitungen wurden für lange Zeit als die beste Lösung für die SEO angesehen.

Sie sagen der Suchmaschine, dass es sich um eine ‘permanente’ Veränderung handelt, nicht um eine ‘temporäre’ Veränderung, wie bei einer 302-Weiterleitung.

Viele SEO-Experten hatten jedoch Bedenken und fürchteten, dass zu viele Weiterleitungen negativen Einfluss auf den PageRank einer Seite haben würden.

Sogar Matt Cutts von Google wies einst auf solche Verluste hin.

Doch 2016 verkündete der Webmaster-Analyst Gary Illyes dann, dass keiner der 3XX-Links Verluste hinnehmen müsste.

30x redirects don't lose page rank anymore

John Mueller, ebenfalls Google-Mitarbeiter, bestätigte diese Aussage später.

Warum ist das so wichtig?

Weil viele Webseitenbetreiber Weiterleitungen benutzen, um ihre Webseite auf HTTPS umzustellen. Einige SEO-Experten glauben, dass Google dies in seiner Entscheidung berücksichtigt hat.

old rules of 3xx redirects

Die Nutzer von Google Chrome sehen bereits seit geraumer Zeit neue Warnhinweise, wenn sie versuchen, bestimmte Webseiten aufzurufen.

Bisher wurden diese Hinweise von 70 % aller Nutzer einfach ignoriert, darum führte Google sie neuen ‘Nicht sicher’-Hinweise für Webseiten, die über kein gültiges SSL-Zertifikat verfügen, ein.

chrome security warnings

Die Umstellung von HTTP auf HTTPS ist aber gar nicht so einfach.

Du könntest zum Beispiel die ‘bevorzugte Domain’ in der Google Search Console angeben.

Auf diese Weise umgehst Du mögliche Probleme bei der Kanonisierung wenn Deine Webseite als zwei Webseiten wahrgenommen wird: “www” und “nicht-www”.

site settings

Wenn Du jetzt Änderungen an der URL-Struktur vornimmst, verlierst Du diese Links.

Veränderungen an der Seitenstruktur machen interne Links kaputt, Du verlierst zusätzlich aber auch ‘Link Equity’, falls die entsprechende Seite auf die HTTP-Version und nicht auf die neue HTTPS-Version Deiner Webseite verweist.

Noch mal. Warum reite ich auf den Weiterleitungen rum?

Weil zu viele Weiterleitungen zu längeren Ladezeiten führen.

Die Ladezeit ist jedoch ganz offiziell als wichtiger Rankingfaktor anerkannt worden.

Kinsta hat einen Test mit WordPress durchgeführt, um herauszufinden, welche Auswirkungen Weiterleitungen auf die Ladegeschwindigkeit einer Webseite haben.

Dafür wurde die Geschwindigkeit der Webseite ohne Weiterleitungen zunächst mit Pingdom getestet.

Die Seite konnte innerhalb von 1,06 Sekunden geladen werden. Das ist ein super Ergebnis!

summary performance grade 100

Dann wurde eine URL-Weiterleitung eingerichtet und die Seite wurde erneut auf Geschwindigkeit getestet.

Hier ist die neue Ladegeschwindigkeit nach der Umstellung:

performance grade 95

Total verrückt, oder?!

Die Ladezeit ist um 58 % gestiegen.

Und es handelt sich hierbei lediglich um eine einzige Weiterleitung.

Mehrere Weiterleitungen auf verschiedenen Seiten können also zu immensen Problemen führen.

Noch schlimmer wird es, wenn mehrere Weiterleitungen in direkter Abfolge passieren.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Deine Seite bereits mehrmals überarbeitet wurde und im Laufe der Jahre mehrere Redesigns mitgemacht hat.

Eine URL-Weiterleitung nach der nächsten machen die Seite extrem langsam.

Um Weiterleitungen zu finden, benutze ich das Programm von Patrick Sexton.

Du musst nur Deine URL eingeben.

redirect mapper

Klick auf “Go”, um eine Analyse Deiner 301-Weiterleitungen zu erhalten.

301 redirect feedback

Auch hier gilt: Je weniger, desto besser. Google sagt, dass man Weiterleitungen möglichst verhindern sollte.

Das könnte jedoch problematisch werden, wenn Du Deine gesamte Webseite umgestalten willst.

Warum das so ist, zeige ich Dir jetzt.

Die Umstellung Deiner Inhalte bringt Deine Keywordausrichtung und Seitenoptimierung durcheinander

Warum sollte man zwei Weiterleitungen einrichten, die auf dieselbe Seite verweisen?

Das macht doch eigentlich keinen Sinn, richtig?

Natürlich nicht und oft geschieht es auch nicht, weil man es so wollte, dennoch kommt es manchmal vor und zwar aus folgendem Grund.

Vor fünf Jahren hast Du ein bestimmtes Produkt verkauft, vor drei Jahren ein anderes und heute verkaufst Du wieder ein anderes Produkt.

Deine Produkte und Seiten verändern sich im Laufe der Jahre, darum verändert sich auch der Inhalt auf Deiner Webseite.

Davon sind auch Skyscraper-Inhalte nicht ausgenommen. Du nimmst also eine Handvoll alter Inhalte, die keine guten Ergebnisse erzielen, und leitest sie auf eine neue Seite weiter.

Anstatt eine Weiterleitung einzurichten, wäre es jedoch besser, wenn Du die alten Artikel einfach aktualisierst und überarbeitest, denn mit neuen Informationen und Bilden könntest Du bis zu 111 % mehr SEO-Traffic generieren.

Zu viele Weiterleitungen führen zu Problemen in der Leistung Deiner Seite, die ständigen Veränderungen am Inhalt haben jedoch auch negative Auswirkungen auf die Keywordausrichtung und Seitenoptimierung.

Um das zu verstehen, will ich noch mal auf das Hotel-Beispiel zurückkommen.

Zu Anfang hast Du vielleicht nur zwei Zimmerkategorien. Nach einer Renovierung hast Du dann mehr.

Auf der ersten Version Deiner Webseite wurden nur ein paar Zimmer auf der Seite “Zimmer” angezeigt, das reicht jetzt aber nicht mehr.

Du nimmst also Veränderungen an der Überseite “Zimmer” vor und fügst Unterseiten hinzu.

Jetzt hat die Seite “Zimmer” aber gar keinen Inhalt mehr, weil Du ein Drop-Down-Menü eingerichtet und die Inhalte auf die Unterseiten übertragen hast.

rooms suites design dropdown

Wenn die Seite “Zimmer” bislang in den Suchergebnissen erschienen ist, wird sie dort jetzt nicht mehr gelistet.

Das liegt unter anderem am zu spärlichen Inhalt. Dieses Problem tritt auf, wenn eine Seite weniger als 300 Wörter hat.

thin content google

Die Länge einer Seite ist wichtig, denn eine Analyse von Backlinko hat gezeigt, dass “das erste Suchergebnis auf Google im Durchschnitt 1.890 Wörter hat”.

50 % aller Suchanfragen bestehen aus vier Wörtern, wenn der Nutzer also ein Long-Tail-Keyword eingibt, sucht er nach ganz bestimmten Informationen.

Diese Informationen wird er jedoch nicht finden, wenn Du alle Inhalte (oder zumindest die meisten) entfernt hast.

Veränderungen im Zuge eines Redesigns haben außerdem verheerende Auswirkungen auf die Meta-Daten einer Seite.

In diesem Fall tritt einer der folgenden drei Fälle ein:

  1. Der Inhalt der Seite hat sich verändert, darum sind die alten Meta-Daten irrelevant.
  2. Die Meta-Daten anderer Seiten werden kopiert und unverändert übernommen.
  3. Die Meta-Daten wurden einfach ignoriert oder vergessen, sodass die Seite jetzt gar keine Meta-Daten hat.

Mit Screaming Frog kannst Du auch dieses Problem aufdecken.

Gib Deine URL ein und suche nach den Meta-Beschreibungen Deiner Seiten. Ich fange gerne hier an, weil ich so tieferliegende Probleme finden kann, so wie beim folgenden Beispiel.

Ich habe den Namen der Webseite unkenntlich gemacht, um sie zu schützen.

meta description screaming frog

Ich erkenne sofort zwei Probleme.

Zum einen wird dasselbe Keyword gleich auf mehreren Seiten verwendet, was zu Problemen mit duplizierten Inhalten führen kann und Auswirkungen auf das Ranking für diesen Suchbegriff hat.

Zum anderen fehlt die Meta-Beschreibung auf einigen Seiten.

Die Meta-Beschreibung nimmt aus technischer Sicht zwar keinen direkten Einfluss aufs Ranking, hat jedoch positive Auswirkungen auf die Durchklickrate (CTR) und neuste Daten zeigen, dass die CTR wiederum direkten Einfluss aufs Ranking nimmt.

Wenn die Meta-Beschreibung fehlt, zieht die Suchmaschine einfach Inhalt von der Seite und blendet stattdessen diesen als Beschreibung ein.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um wahllos ausgewählte Textauschnitte, die dann noch gekürzt werden, weil sie die das vorgegebene Zeichenlimit überschreiten.

Das ist nicht ideal und darum klickt der Nutzer dann nicht auf Dein Suchergebnis.

Hier ist ein weiteres Problem, nach dem Du Ausschau halten solltest:

duplicate meta description

In diesem Fall handelt es sich um unterschiedliche Seiten auf der Webseite eines Restaurants. Diese Seiten haben jedoch eine identische Meta-Beschreibung.

Das ist ein Warnsignal.

Die duplizierten Meta-Daten reduzieren die Chancen der Originalseite, ein gutes Ranking zu erzielen, außerdem weißt das auch wieder auf größere Probleme hin.

Die meisten Agenturen, die sich auf Web-Design spezialisiert haben, fassen die Meta-Daten einer Webseite gar nicht erst an, weil SEO für sie keine Priorität hat und nicht ihr Spezialgebiet ist.

Dann tritt das Problem aus dem oberen Screenshot ein. Deine Webseite sieht zwar super aus, bringt aber keine guten Leistungen.

Die Seiten verfügen über identische Meta-Daten oder noch schlimmer, sie haben gar keinen Titel-Tag und keine Meta-Beschreibung.

Am Ende kommt es jedoch nur auf die Leistung Deiner Webseite an, nicht auf das äußere Erscheinungsbild.

Redesigns bringen einen funktionierenden ‘Nutzerfluss’ durcheinander

Mein größtes Problem mit Redesigns ist die Tatsache, dass sie ein gut funktionierendes System zerstören.

Wenn Deine Webseite bereits steht, dann verkaufst Du wahrscheinlich auch jeden Tag ein paar Produkte, doch wenn Du jetzt die Seitenstruktur oder den Inhalt änderst, kannst Du das kaputt machen.

Du setzt Deine Umsätze aufs Spiel.

Die Fähigkeit, Einnahmen zu generieren, ist jedoch der wichtigste Aspekt Deiner Webseite.

Wenn Du in dieses System eingreifst, ohne zu wissen, welche Auswirkungen die Designumstellung auf Deine Conversion-Rate haben wird, gehst Du ein großes Risiko ein.

Du könntest mehr Umsatz machen, kannst Dir im Vorfeld jedoch nicht sicher sein und genau das ist das Problem.

Lass mich das kurz näher erläutern.

Der Macro-Conversion einer Webseite, z. B. der Kauf eines Produktes, gehen viele kleine Micro-Conversions voraus.

Zuerst musst Du Besucher auf Deine Webseite bringen, dann müssen diese Besucher bestimmte Seiten aufrufen und sich dann persönliche Kontaktinformationen hinterlegen, bevor sie eine Zahlung durchführen.

Dieser ‘Nutzerfluss’ findet bereits statt.

user flow funnel

Wenn Du einen Schritt dieser Sequenz veränderst, kann das verheerende Auswirkungen auf das Endergebnis haben.

Das ist das Problem, das viele Leute bei der Conversion-Optimierung übersehen.

Diese Leute glauben, dass ‘Conversion-Optimierung’ ausschließlich mit der Farbgestaltung von Schaltflächen oder Überschriften zu tun hat.

Es gehört aber ne ganze Menge mehr dazu, denn Veränderungen am Nutzerfluss Deiner Webseitenbesucher haben viel größere Auswirkungen auf Deinen Umsatz.

Eine Studie zeigte beispielsweise, dass die Optimierung des Checkout-Prozesses von Onlineshops zu einer monatlichen Umsatzsteigerung von 87.175 Euro führen kann. Die Steigerung der Conversions um drei Prozent kann also zu 23,94 % mehr Gewinn führen.

mobile ecommerce checkout flow

Micro-Conversions werden zudem von der internen Linkstruktur beeinflusst. Sie sind der Anfangspunkt eines neuen Nutzerflusses.

micro conversions amazon

Die Veränderung dieser Links sieht auf den ersten Blick nicht besonders drastisch aus, kann jedoch große Auswirkungen auf den Kaufprozess der Nutzer haben.

Wie lässt sich dieses Problem verhindern?

Die Überarbeitung des Web-Designs ist an sich keine schlechte Sache, man sollte dabei jedoch in kleinen Schritten vorgehen, damit man die Auswirkungen jeder Veränderungen testen und überprüfen kann.

Hier ist das aktuelle Design meines Blogs auf Quick Sprout:

quicksprout seo blog post

Vor ein paar Jahren sah der Blog noch anderes aus. Du kannst die Wayback Machine benutzen, um Dir eine alte Version des Blogs anzuschauen.

quicksprout old design

Sieht sich eigentlich ziemlich ähnlich, oder?

Die neue Seite sieht ‘sauberer’ und ‘aufgeräumter’ aus, das Design hat sich aber nicht großartig verändert.

Ich wollte nicht zu sehr in den bereits funktionierenden Prozess eingreifen, darum habe ich eine eher subtilen Ansatz für mein Redesign gewählt. Ich nehme nach und nach Veränderungen an einzelnen Seitenelementen oder Seiten vor.

Dann benutze ich Crazy Egg, um die Veränderungen zu testen.

Wenn ich nach der Überarbeitung schlechtere Ergebnisse erziele, gehe ich zum alten Design zurück, auch wenn das bereits ‘überholt’ ist.

Wenn ich jedoch bessere Ergebnisse erziele, behalte ich das neue Design bei und übernehme es auf meinen übrigen Seiten.

Auf diese Weise büßt Du mit einem Redesign Deiner Webseite keine SEO-Rankings ein und machst auch keine Umsatzverluste.

Fazit

Man sollte das Web-Design regelmäßig aktualisieren.

Es kommen immer wieder neue Design-Trends auf und Deine Webseite soll schließlich Deine Marke reflektieren.

Du solltest jedoch auf keinen Fall ein bereits funktionierendes System sabotieren.

Redesigns in besonders großem Ausmaß führen häufig zu vielen Problemen.

Die Änderung der Seitenstruktur führt zu Leistungseinbrüchen, Änderungen am Inhalt machen die Keywordausrichtung kaputt und Veränderungen der Micro-Conversions können negative Auswirkungen auf die Macro-Conversion haben.

Das Aussehen Deiner Webseite ist zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Umsatz ist wichtiger als das äußere Erscheinungsbild.

Die vollständige Überarbeitung Deiner Webseite kann Deine SEO kaputt machen. Das führt zu Schwankungen im Ranking und weniger Traffic.

Weniger Traffic hat weniger Umsatz zur Folge.

Um dies zu verhindern, solltest Du ein bereits funktionierendes System nicht ändern und wenn Du Veränderungen vornehmen musst, dann solltest Du dabei schrittweise vorgehen und mit kleinen Elementen anfangen.

Auf diese Weise kannst Du die Auswirkungen Deiner Änderungen testen und herausfinden, ob sie Dein Endergebnis verbessern oder verschlechtern.

Im Falle einer Verschlechterung kannst Du dann einfach zum alten Design zurückkehren, ohne Traffic- oder Umsatzverluste hinnehmen zu müssen.

Im Falle einer Verbesserung kannst Du anschießend auch die Elemente anderer Seiten anpassen und umstellen.

Webseiten sind kein Fashion Statement. Funktionalität und Leistung sollten wichtiger sein als das äußere Erscheinungsbild.

Hast Du nach einem Redesign schon mal einen großen Rückgang im Traffic Deiner Webseite festgestellt?

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