Googles neuer Algorithmus zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten

Keine Sorge, der neue Algorithmus hat keine Auswirkungen auf Deinen Traffic, weil das Update zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten noch nicht in Kraft getreten ist.

Es soll, laut Google, jedoch bis zum Jahr 2021 umgesetzt werden.

Aufgrund der aktuellen Coronakrise hat sich Google dazu entscheiden, Webseitenbetreiber vorzuwarnen, damit sie sich entsprechend auf das neue Update vorbereiten können.

Was bedeutet Nutzerfreundlichkeit von Seiten und wie kann man sich auf das neue Algorithmus-Update vorbereiten?

Nutzerfreundlichkeit von Seiten

Hier ist die Erklärung in Googles eigenen Worten:

Die Nutzerfreundlichkeit von Seiten wird anhand einer Reihe von Signalen bestimmt, die messen, wie Nutzer die Interaktion mit einer Webseite über den reinen Informationswert hinaus wahrnehmen. Die Optimierung dieser Signale sorgt für eine bessere Nutzererfahrung in allen Browsern und allen Geräten, darunter auch Mobilgeräte. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine bessere Nutzererfahrung zum Geschäftserfolg im Internet betragen wird, da der Nutzer engagierter ist und Transaktionen reibungsloser durchführen kann.

Google achtet darauf, wie einfach Deine Webseite benutzt werden kann und wie schnell sich der Nutzer auf ihr zurechtfindet.

Folgendes sollte also nicht passieren:

<figure class=”wp-block-video”><video width=”700″ controls=”” src=”https://neilpatel.com/wp-content/uploads/2020/05/AccidentalSubmit.webm”></video></figure>

 

Hier ist ganz klar zu erkennen, dass der Nutzer die Bestellung eigentlich gar nicht abschließen, sondern zurückgehen wollte, aufgrund eines plötzlich auftauchenden Pop-ups hat er jedoch auf die falsche Schaltfläche geklickt und die Bestellung irrtümlich durchgeführt.

Das geplante Google-Update möchte dafür sorgen, dass diese Missgeschicke in Zukunft verhindert werden und nicht mehr auftreten.

Webseiten, die eine einwandfreie Nutzererfahrung ohne Fehler gewährleisten, werden zukünftig also bessere Rankings erzielen.

Diese kleine Veränderung ist jedoch nur ein kleiner Schritt in einer sich ändernden SEO-Landschaft.

Warum ist dieses Update so wichtig?

Welche Webseiten will Google, Deiner Meinung nach, ganz oben in den Suchergebnissen platzieren?

Rate mal…

Webseiten mit besonders viele Backlinks?

Webseiten mit optimierten Quelltexten?

Falsch.

Google bevorzugt Webseiten, die vom Nutzer bevorzugt werden.

Lass mich das anhand eines Beispiels erklären.

Du möchtest Sportschuhe kaufen. Welche Marke fällt Dir zuerst ein?

Wahrscheinlich Nike, oder?

Wenn Du eine neue Kreditkarte beantragen willst, denkst Du wahrscheinlich an Visa, Mastercard oder American Express.

Suchanfragen nach Markennamen nehmen Einfluss auf das Ranking. Das ist eine wichtige SEO-Lektion, die ich gelernt habe und über die ich schon oft berichtet habe.

Hier sind die Suchanfragen nach meinem Namen “Neil Patel”. Achte auf das steigende Wachstum im Zeitverlauf:

Und hier ist die Entwicklung meines Traffics im selben Zeitraum:

 

Mit steigender Markenbekanntheit steigt auch Dein Traffic.

Das weiß mittlerweile aber jeder, da dieses Update bereits vor einigen Jahren in Kraft getreten ist.

Die meisten Unternehmen verfügen jedoch nicht über bekannte Marken und Google ist sich dessen durchaus bewusst, darum kann Deine Webseite auch ohne bekannte Marke in den Suchergebnissen platziert werden.

In meiner Agentur achten wir aus diesem Grund auf die Entwicklung des Traffics innerhalb eines bestimmten Zeitraums, denn nur 4 % meiner Kunden verfügen über große und bekannte Marken, dennoch können die übrigen 96 % ihren Traffic ebenfalls steigern.

Google möchte mit diesem Update seine Suchergebnisse verbessern, um den Nutzern nur noch Webseiten vorzuschlagen, die nützlich sind und einwandfrei funktionieren.

Ja, Suchanfragen nach Deinem Markennamen sichern Dir einen Platz in den Suchergebnissen, die Bereitstellung einer perfekten Nutzererfahrung ist aber auch ein wichtiger Faktor.

Ich bin mir sicher, dass die Nutzererfahrung es in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird und in den Mittelpunkt rückt.

Wie optimiert man die Nutzererfahrung einer Webseite?

Die Optimierung auf Seitenebene

Hier ist die offizielle Bekanntgabe zum neuen Update von Google. Die Betonung liegt ganz klar auf “Nutzererfahrung einer Seite” oder “Erfahrung auf der Webseite”.

Ich glaube zwar, dass die gesamte Webseite dem Nutzer ein einwandfreies Erlebnis bieten sollte, bin aber der Meinung, dass das aktuelle Update eher auf Seitenebene ausgerollt wird.

Wenn einige Seiten super funktionieren und andere nicht, würde es keinen Sinn machen, wenn Google das Ranking der gesamten Webseite herunterstuft, vor allem dann nicht, wenn die optimierten Seiten dem Nutzer ein viel besseres Erlebnis bieten als die Seiten Deiner Mitbewerber.

Ich zeige Dir jetzt, die Du die Nutzererfahrung Deiner Webseite optimierst.

Schritt Nr. 1 : Optimiere die Ladegeschwindigkeit Deiner Webseite und behebe 400-Fehler

Je schneller die Webseite lädt, desto besser die Erfahrung des Nutzers.

Öffne diese Seite und gibt Deine URL ein.

Du erhältst den folgenden Bericht:

In diesem Bericht sind zwei Bereiche zu finden, die Auswirkungen auf das Nutzererlebnis Deiner Webseite haben. Ich habe sie im oberen Screenshot optisch hervorgehoben.

Der Bericht über den allgemeinen “Gesundheitszustand” Deiner Webseite sollte keine kaputten Seiten anzeigen, da diese zu einem schlechten Nutzererlebnis führen.

Die Ladegeschwindigkeit zeigt an, wie schnell Deine Webseite lädt. Hier gilt, je schneller, desto besser. Die Webseite sollte in unter drei Sekunden vollständig geladen werden können und zwar sowohl auf Desktop- als auch auf Mobilgeräten.

Noch besser wäre natürlich eine Ladezeit von maximal einer Sekunde.

Schritt Nr. 2 : Vergleiche die Nutzererfahrung Deiner Webseite mit der Nutzererfahrung auf der Webseite Deiner Mitbewerber

Wie schneidet Deine Webseite im Vergleicht mit der Konkurrenz ab?

Klick hier und gib die Webseite Deines größten Mitbewerbers in die Suchbox ein.

Klick dann im linken Seitenmenü auf “Top-Seiten”.

Du gelangst zu diesem Bericht:

Dieser Bericht enthält die beliebtesten und am häufigsten besuchten Seiten der Webseite Deines Mitbewerbers aus SEO-Perspektive. Diese Seiten bekommen den meisten Traffic, darum scheinen sie etwas richtig zu machen.

Schau Dir die ersten 50 Seiten genauer an und achte insbesondere auf die Nutzererfahrung und Benutzerführung jeder dieser Seiten.

Was macht die Webseite richtig? Wie schneidet sie im Hinblick auf Qualität im Vergleich mit Deiner Webseite ab? Gibt es klar zu erkennende Unterschiede zu Deiner Webseite?

Klick dann bei jeder Seite um Bereich “Gesch. Aufrufe” auf “Alles sehen”, um Zugriff auf die Keywords der jeweiligen Seite zu erhalten.

Achte bei der Analyse der Nutzererfahrung der Webseite Deiner Konkurrenz auf die Keyword. die Besucher auf die Webseite schicken und mache es ihnen dann nach.

Dein Ziel sollte jedoch nicht darin bestehen, mit der Konkurrenz gleichzuziehen, Du willst Deine Konkurrenz ausstechen.

Schritt Nr. 3 : Analysiere das Design Deiner Webseite

Kannst Du Dich noch an die Grafik erinnern, die zeigt, was Google auf keinen Fall sehen will? Der Nutzer will abbrechen und führt dann aus Versehen eine Bestellung durch, weil das Design problematisch ist.

Vielleicht ist es auf Deiner Webseite nicht die Bestellung, sondern ein anderes Problem mit dem Design.

Mit einer Heatmap kannst Du herausfinden, wie sich die Besucher auf Deiner Webseite bewegen. Hier ist so eine Heatmap:

Du kannst die Nutzerfreundlichkeit Deiner eigenen Webseite mit Crazy Egg testen.

Richte ein Konto ein und melde Dich in Crazy Egg an. Hier ist das Dashboard:

Klick oben rechts auf “Create New” und wähle “Snapshot” aus.

Klick dann auf “Multiple Snapshots”.

Jetzt musst Du mindestens 3 häufig besuchte URLs Deiner Webseite eingeben, kannst aber nach und nach weitere Seiten hinzufügen.

Im nächsten Schritt kannst Du weitere Einstellungen vornehmen, kannst diesen Schritt aber zunächst überspringen und auf “Next” klicken.

Jetzt kannst Du alle Einstellungen ein letzes Mal überprüfen und musst dann auf “Create Snapshots” klicken.

Jetzt musst Du nur noch ein Code-Snippet im Quelltext Deiner Webseite installieren.

Klick dafür auf “Install Tracking Script”.

Wähle eine Option aus, um Dein Code-Snippet zu erstellen. Meine Webseite NeilPatel.com wurde mit WordPress gebaut, darum wähle ich die Option “WordPress” aus.

Erste Ergebnisse sind bereits innerhalb weniger Tage zu sehen, es kommt immer ganz auf den Traffic der jeweiligen Webseite an.

Wenn Du pro Tag mehrere Tausend Besucher hast, dauert es vielleicht sogar nur ein paar Stunden.

Melde Dich nach ein paar Tagen erneut in CrazyEgg an und klick in der linken Seitenleiste auf “Snapshots”.

Hier findest Du die Heatmaps Deiner Seiten.

Klick auf eine Heatmap, um diese zu öffnen und herauszufinden, wie sich die Besucher auf der jeweiligen Seite bewegen.

Du kannst die Klicks sehen, die auf der Seite stattfinden, und sogar das Scrollverhalten der Besucher analysieren. Hier ist eine Heatmap von NeilPatel.com:

Die Besucher klicken überwiegend auf die Symbole, das ist aber ein Problem. Kannst Du Dir denken, warum?

Weil beim Klick auf das Symbol nichts passiert. Die Nutzer denken aber, dass das Symbol klickbar ist und sind wahrscheinlich enttäuscht, wenn nichts passiert.

Das Problem lässt sich aber relativ einfach und schnell beheben. Ich kann das Symbol mit einem Hyperlink hinterlegen, der den Nutzer beim Klick auf eine Seite mit einer detaillierten Beschreibung und weiteren Informationen weiterleitet. Oder ich füge der Seite eine Erweiterung hinzu, damit sich beim Klick ein weiterer Bereich mit zusätzlichen Informationen öffnet.

Führe jetzt die entsprechenden Veränderungen auf Deiner Webseite durch und erstelle dann eine neue Heatmap, um herauszufinden, ob sich die Besucher der Seite jetzt anders verhalten und die Nutzererfahrung verbessert wurde.

Schritt Nr. 4 : Installiere die Ubersuggest Chrome-Erweiterung

Installiere jetzt die Chrome-Erweiterung von Ubersuggest, falls Du es nicht schon längst getan hast.

Ich erkläre Dir auch, warum Du sie installieren solltest.

Wenn Du die Erweiterung installierst, erhältst zu jeder neuen Suchanfrage auf Google SEO-Daten zu jeder URL in den Suchergebnissen.

Wenn Du beispielsweise nach neuen Branchenkeywords suchst, bekommst Du sofortigen Zugriff zu zwei wichtigen Kennzahlen.

  1. Domain Score – Dieser Wert zeigt, wie viel Domain Authority die jeweilige Webseite hat.
  2. Links – Je mehr Links eine Webseite hat, desto besser ihr Ranking.

Suche jetzt gezielt nach Seiten, die einen niedrigen Domain Score und wenig Backlinks haben, aber trotzdem weit oben platziert werden.

Die gute Platzierung haben diese Seiten wahrscheinlich ihrer Nutzererfahrung zu verdanken. Vielleicht ist der Inhalt besser oder die Absprungrate niedriger. Es kann natürlich viele verschiedene Gründe haben, dennoch solltest Du Dir diese Seiten genauer anschauen und analysieren.

Im oberen Screenshot ist zu erkennen, dass die Webseite von AMA über der Seite von HubSpot platziert wird, obwohl sie weniger Backlinks und einen geringeren Domain Score aufweist. Falls Du für ebenfalls das Keyword platziert werden willst, dass Du bei Deiner Suchanfrage in die Suchmaschine eingegeben hast, solltest Du die Seite von AMA analysieren, um herauszufinden, was sie anders und besser machen.

Fazit

Die Nutzererfahrung wird immer wichtiger.

Wenn Deine Webseite Deine Webseitenbesucher glücklich macht, dann wirst Du dafür früher oder später mit einem besseren Ranking auf Google belohnt.

Es kann aber auch das genaue Gegenteil eintreffen, denn wenn das Nutzererlebnis Deiner Webseite schlecht ist, dann fällt Dein Ranking.

Wie bei jedem vorherigen großen Algorithmus-Update, wird Google auch dieses Mal wieder zahlreiche kleinere Updates durchführen, um den Algorithmus zu verbessern und genauer zu machen.

Dieses Mal wurden wir jedoch vorgewarnt und das ist neu. Ich finde es toll, denn jetzt haben wir genug Zeit, um bereits vor der Einführung des neuen Updates entsprechende Verbesserungen auf unseren Webseiten vorzunehmen.

Wie wirst Du das Nutzererlebnis Deiner Webseite verbessern?

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