Die neue Art zu bloggen

The New Way to Blog

Bloggen hat sich im Laufe der Jahre verändert. Als ich damals meinen ersten Blog startete, gab es noch nicht so viel Konkurrenz. Damals hat man einen Artikel geschrieben und dieser wurde dann fast immer automatisch von ein paar Personen in den sozialen Medien geteilt. So gewann man dann ein paar Verweise und baute sich ganz ohne Arbeit ein Linkprofil auf.

Hier ist ein Auszug einer meiner ersten Blogbeiträge vom 31. August 2005:

SEO einfach gemacht

Das Schwierigste für jeden Webseitenbesitzer ist, die Suchmaschinen dazu zu bringen, eine Webseite richtig in den Suchergebnissen anzuzeigen. Eine suchmaschinenfreundliche Webseite ist jedoch der Schlüssel zum Erfolg der Suchmaschinenoptimierung. Die Webseite muss so gestaltet sein, dass sie von den Suchmaschinen erkannt wird, sie braucht zum Beispiel HTML. Darüber hinaus muss sie definierte Keywords enthalten, die zur Klassifizierung der Webseite verwendet werden können.

In Wirklichkeit ist die Suchmaschinenoptimierung jedoch nichts anderes als gesunder Menschenverstand. Das Ziel der Optimierung besteht darin, zu garantieren, dass Suchmaschinen die Webseite leicht finden und indexieren können, damit sie von den Nutzern ebenfalls leicht gefunden werden kann. SEO ist nicht schwer und erfordert nur grundlegende Kenntnisse über den Algorithmus und Programmierung. Zwei Dinge solltest Du Dir merken. Du musst Dich mit den Grundlagen vertraut machen, um zu verstehen, wie der Suchbot funktioniert und wie er bestimmt, welche Inhalte für die von Dir gewählten Keywords relevant sind.

Meine damaligen Beiträge enthielten keine wirklich hilfreichen oder praktischen Tipps. Ich habe damals sogar behauptet, dass Suchmaschinen gar nicht so komplex sind.

Aber damals gab es noch nicht so viele Blogs. Mittlerweile sind es jedoch über eine Milliarde. Das ist ein Blog für sieben Personen auf diesem Planeten! Kein Wunder also, dass man heute so schwierig Backlinks, Social Shares oder Traffic bekommt.

Bedeutet das, dass man das Bloggen aufgeben sollte?

Natürlich nicht. Es bedeutet lediglich, dass man einen neuen Ansatz finden muss. Und genau das möchte ich Dir in diesem Artikel zeigen. Ich möchte einen neuen Ansatz zum Bloggen mit Dir teilen.

Nicht jeder Inhalt eignet sich für einen Blog

Bevor ich tiefer ins Thema eintauche, möchte ich Dir ein besseres Verständnis dafür verschaffen, wie das Bloggen funktioniert und welche Inhalten sich für einen Blog eignen.

Nicht jede Plattform ist gleich geschaffen.

Im folgenden Screenshot siehst Du die erfolgreichsten Blogbeiträge nach Traffic meines Blogs NeilPatel.com.

Fällt Dir was auf?

Im ersten Blogbeitrag geht es darum, wie man Follower auf Instagram bekommt. Im Zweiten geht es um den Marketing-Mix. Im Dritten geht es um die Analyse des Traffics einer Webseite. Im Vierten geht es dann wieder um Instagram oder genauer gesagt darum, wie man mit Instagram Geld verdient.

Kannst Du ein Muster erkennen?

Hier ist ein weiterer Hinweis. Werfen wir einen Blick auf die Top-Keywords des Artikels über den Marketing-Mix.

Die Keywords sprechen vornehmlich Anfänger an, die sich noch nicht so gut im Thema auskennen. Aber jetzt wird es erst richtig interessant.

Ich habe die Keywords für Anfänger mal den Keywords für fortgeschrittene Nutzer gegenübergestellt. Die Inhalte, die sich an Anfänger richten, erzielen über dreimal mehr Traffic als die Inhalte, die erfahrene Nutzer ansprechen.

Zuerst habe ich gedacht, das könnte daran liegen, dass diese Inhalte häufiger in den sozialen Medien geteilt werden, das kann aber nicht stimmen, weil ich Anfängerinhalte immer überspringe. Darum habe ich beschlossen, mir die Social Shares pro Beitrag auf Facebook mal genauer anzusehen (ich konnte aufgrund von API-Einschränkungen keine LinkedIn- und Twitter-Daten abrufen).

Interessanterweise erhalten Inhalte für erfahrene Nutzer durchschnittlich 91 mehr Shares und 288 mehr Besucher von Facebook.

Als Nächstes habe ich mir dann die Backlinks mal genauer angesehen. (Du kannst die Anzahl der Backlinks jeder beliebigen Webseite hier prüfen.)

Im Durchschnitt erzielen Beiträge, die Leser mit Erfahrung ansprechen, 4,81-mal mehr Backlinks als Inhalte für unerfahrene Leser. (Wir haben die Backlinks von Scrape-Sites und RSS-Feeds aus unserer Analyse entfernt, da sie der Qualität des Linkprofils eher schaden, da sie als Spam eingestuft werden.)

Was sagt uns das also?

Nun, zunächst einmal sagt es uns, dass nicht alle Inhalte gleich beschaffen sind. Zweitens erhalten Inhalte, die sich an erfahrene Nutzer richten, tendenziell mehr Backlinks und Social Shares. Inhalte, die sich an Anfänger richten, erhalten aber grundsätzlich mehr SEO-Traffic.

Diese Ergebnisse beziehen sich nicht nur auf NeilPatel.com

Um sicherzugehen, dass es sich nicht nur um einen Ausreißer in der Statistik handelt, haben wir mithilfe von Ubersuggest 191 Blogs analysiert, um unsere Theorie auf die Probe zu stellen.

Kannst Du Dir schon denken, was wie herausgefunden haben?

Die Ergebnisse waren fast identisch.

Wie Du sehen kannst, werden Inhalte, die sich an erfahrene Nutzer richten, auch in diesem Fall häufiger in den sozialen Medien geteilt. Wir hatten in diesem Fall natürlich keinen Zugriff auf die genauen Statistiken der Webseitenbetreiber, können aber annehmen, dass Beiträge, die häufiger geteilt werden, in der Regeln mehr Traffic generieren.

Hier sind die Backlink-Daten:

Die zweite Variante an Inhalten erzielt signifikant mehr Backlinks. Hier ist der Unterschied zwar nicht ganz so deutlich wie auf meinen Blog, aber dennoch klar zu erkennen.

Und in der letzten Grafik sehen wir, dass Inhalte, die sich an unerfahrene Nutzer richten, mehr Traffic erzielen.

Was ist denn jetzt diese “neue Art zu bloggen”?

Das Schöne am Führen einer Werbeagentur ist, dass ich Zugriff auf viele Daten habe und Trends schneller erkennen kann. Wir arbeiten weltweit mit über 700 Kunden zusammen, darum können wir viele Theorien testen, um herauszufinden, wie man langfristig die besten Ergebnisse erzielt.

Hier sind unsere neusten Erkenntnisse:

Verbringe 40 % Deiner Zeit damit, Inhalte für Anfänger zu schreiben

Ich spreche von klassischen Leitfäden und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Alles, was Anfängern ohne praktische Erfahrung oder Vorkenntnisse weiterhelfen würde.

Keywords für diese Inhalte lassen sich auf zweierlei Wegen finden.

Du könntest Ubersuggest benutzen und einen typischen Suchbegriff aus Deiner Branche eingeben, um Dir die beliebtesten Keywords anzeigen zu lassen.

Klick dann in der linken Navigation auf “Keyword-Ideen” und gehe die unterschiedlichen Kategorien der Reihe nach durch, um weitere Ideen zu finden.

Keywords, die sich an Anfänger richten, werden in der Regel häufiger auf Google eingegeben und kosten oft auch weniger Geld, weil sie sich an Nutzer richten, die nach Informationen suchen und noch keine Kaufentscheidung treffen wollen.

Du kannst diese und weitere Keywords auch finden, indem Du die URL eines Mitbewerbers auf Ubersuggest in die Suchbox eingibst.

Klick in der linken Navigation auf „Keywords nach Traffic“, um zusehen, für welche Keywords die Webseite Deines Mitbewerbers in den Suchergebnissen angezeigt wird.

Egal in welcher Branche Du tätig bist, informative Keywords und allgemeine Suchbegriffe können immer verwendet werden, um die Markenbekanntheit zu steigern, ob nun Onlineshop oder B2B-Unternehmen.

Dieser Traffic lohnt sich, weil ein Teil dieser Besucher später in Kunden umgewandelt wird. In der Regel zwar kein hoher Prozentsatz (normalerweise sogar nur ein Bruchteil eines Prozents), dennoch macht es bei hohem Traffic-Aufkommen durchaus Sinn.

Falls Du Dir nicht sicher bist, wie man Inhalte für Anfänger schreibt oder gestalten sollte, schau Dir am besten das folgende Video an.

Verbringe 10 % Deiner Zeit damit, Inhalte für erfahrene Nutzer zu schreiben

Mit erfahrenen Nutzern meine ich alle Personen, die man als Branchenexperte oder Menschen mit Fachkenntnissen bezeichnen würde.

Ich beziehe auch Vordenker in diese Gruppe mit ein.

Du kannst Statistiken teilen, über neue Trends berichten oder einen Blick in die Zukunft gewähren. Diese Art von Inhalten werden gerne in den sozialen Medien geteilt und erhalten in der Regel viele Backlinks. Du könntest sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich habe festgestellt, dass das Einfügen von Diagrammen und Grafiken zu noch mehr Backlinks führt.

Hier ist ein direkter Vergleich:

Mit Canva kannst Du Deine Grafiken ganz einfach selber machen.

Die meisten meiner Leser verfügen wahrscheinlich nicht über eigene Daten, man kann diese aber ganz einfach finden, indem man auf Seiten wie Upwork für wenig Geld freiberufliche Datenforscher einstellt, die diese Daten für Dich zusammentragen.

Dein Inhalt muss so gut und so informativ sein, dass er gerne und häufig in den sozialen Medien geteilt wird. Dies solltest Du Dir als Maßstab nehmen.

Verbringe 20 % Deiner Zeit mit der Überarbeitung veralteter Inhalte

Alte Inhalte verlieren im Laufe der Zeit ihren Reiz und erzielen immer weniger Traffic. Dies lässt sich jedoch schnell beheben, wie ich in diesem Video erkläre:

Du solltest ca. 20 % Deiner Zeit mit der Aktualisierung und Überarbeitung veralteter Inhalte verbringen, auf diese Weise kannst Du Deinen Traffic nicht nur halten, Du kannst ihn sogar steigern. Diese Strategie funktioniert so gut, dass ich sogar über ein kleines Team verfüge, das sich ausschließlich um diese Aufgabe kümmert.

Bei einem kleinen Blog kann man das noch selbst machen, sobald dieser jedoch 100 Blogbeiträge übersteigt, sollte man sich lieber Hilfe holen, bevor einem die Arbeit über den Kopf wächst.

Verbringe 30 % Deiner Zeit mit der Vermarktung Deiner Inhalte

Ich habe ein Sprichwort, das folgendermaßen lautet:

Vergiss nicht das “Marketing” im Contentmarketing.

Wenn Du einen Blogbeitrag schreibst, sei er nun für Anfänger oder Fortgeschrittene, musst Du diesen anschließend natürlich auch vermarkten und teilen. Du kannst nicht einfach davon ausgehen, dass er automatisch zum Hit wird.

Wie garantiert man also, dass der Blogbeitrag auch gelesen wird? Es beginnt immer mit den folgenden drei Schritten:

  1. Interne Links setzen. Du solltest jedem Blogbeitrag mindestens drei interne Verweise hinzufügen, die jeweils auf einen anderen Deiner Inhalte verlinken. Falls es sinnvoll ist und sich anbietet, kannst Du auch direkt aus älteren Artikeln auf den neuen Beitrag verweisen.
  2. In den sozialen Medien teilen. Befolge diese Strategie, um mehr Social Shares zu erhalten. Du musst Deine Leser und Fans aktiv dazu aufrufen, Deine Inhalte zu teilen. Das ist zwar mühsam, funktioniert aber; und so sorgst Du dafür, dass jeder neue Blogbeitrag geteilt wird, auch ohne große Fangemeinde oder Budget.
  3. Linkaufbau betreiben. Im Laufe der Zeit wirst Du auf natürliche Weise Backlinks gewinnen, am Anfang muss man jedoch aktiv Linkaufbau betreiben. Du darfst Deine Links auf keinen Fall kaufen oder zwielichtige Strategien anwenden. Befolge einfach meine Tipps, dann bekommst Du im Laufe der Zeit automatisch mehr Links.

Fazit

Bloggen funktioniert auch heute noch, man muss nur den richtigen Ansatz finden. Meine alten Strategien funktionieren schon lange nicht mehr, darum muss man sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Wie das geht, habe ich Dir ja gezeigt 😉

Wenn Du diesen neuen Ansatz sechs Monate lang konsequent umsetzt, wirst Du garantiert Ergebnisse sehen. Und wenn Du ihn ein Jahr lang umsetzt, dann erzielst Du garantiert deutlich mehr Traffic. Nach zwei bis drei Jahren sollten sich die Ergebnisse summieren und endlich voll auszahlen.

Was hältst Du vom oben beschriebenen Prozess?

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