Der Reichtum steckt nicht in der Nische

Jeder sagt, dass man sich eine Nische aussuchen muss. Das liegt daran, weil die Leute folgende Dinge glauben …

  1. Eine Nische ist einfacher zu vermarkten (weniger Konkurrenz)
  2. Man kann mehr Geld verdienen (weniger Konkurrenz)
  3. Man kann schneller Geld verdienen (weniger Konkurrenz)

Man verdient schneller Geld, weil es weniger Konkurrenz gibt, aber das stimmt nicht.

Wenn Du kein „Lifestyle“-Unternehmen führst, liegt der Reichtum (und der Erfolg) nicht in den Nischen, darum würde ich nicht empfehlen, eine Nische anzustreben.

Risikokapitalgeber finanzieren keine „Nischen“-Unternehmen

Ich möchte keineswegs sagen, dass man Risikokapital aufnehmen muss oder sollte. Du solltest Dich aber fragen, welches große Unternehmen ein Nischenunternehmen finanzieren würde. Sequoia, Andreessen, Accel, Tiger, Softbank und die anderen großen Fonds jedenfalls nicht.

Alle bekannten großen Unternehmen, die mit Risikokapital finanziert wurden, wie Google, Facebook, Airbnb, Apple und so weiter, streben große Märkte an. Risikokapitalgeber suchen nach dem Außergewöhnlichen. Ein Unternehmen, das mit über einer Milliarde Dollar bewertet wird, was nicht passiert, wenn man einen kleinen Markt bedient.

Sogar Fonds, die sich auf spezielle Branchen spezialisiert haben, z. B. Fintech Ventures, finanzieren keine Nischen. Fintech ist eine große Branche, keine Nische.

„Nischen“ sind nicht erwünscht. Warum?

Das möchte ich Dir jetzt anhand einer kurzen Geschichte erklären.

Vor Jahren sprach ich auf einer Konferenz in Seattle. Es war eher ein Panel. Ich und Rich Barton. Rich Barton ist der Gründer von Expedia, Glassdoor und Zillow.

Ein Zuschauer aus dem Publikum fragte ihn: „In welche Art von Unternehmen investierst Du?“

Seine Antwort: „In große Märkte“.

Keine Nischen. Er sagte, Unternehmer sollten sich auf große Märkte konzentrieren, da die Gründung eines Unternehmens, das eine kleine Nische bedient, genauso viel Arbeit macht wie die Gründung eines Unternehmens, das einen großen Markt bedient. Warum sollte man seinen Gewinn also begrenzen?

Und um seine Botschaft noch deutlicher zu machen, hat er eine Analogie aus dem Baseball geteilt. Der Kraftaufwand beim Werfen ist immer der gleiche, egal ob man einen Homerun erzielt oder nicht. Man könnte eigentlich genauso gut jedes Mal einen Homerun hinlegen.

Der Arbeitsaufwand ist derselbe

Die Gründung eines Unternehmens in einer kleinen Nische erfordert den gleichen Arbeitsaufwand wie die Erschließung eines großen Marktes. Und glaub mir, wenn ich Dir sage, dass es tatsächlich einfacher ist, mehr Umsatz zu erzielen, wenn man einen großen Markt bedient.

Ein großartiges Beispiel dafür ist meine Agentur NP Digital. Laut Inc Magazine gehört sie zu den am schnellsten wachsende Unternehmen in den USA.

Meine anderen Firmen waren noch nie auf der Liste der am schnellsten wachsenden Unternehmen geführt. Einige würden jetzt bestimmt behaupten, es sei Glück oder das richtige Timing, aber das ist nicht der Grund, warum meine Agentur auf dieser Liste steht.

Ich habe genau so viel Arbeit und Mühe in meine vorherigen Unternehmen gesteckt. Ich habe jetzt mehr Erfahrung, aber ich hatte vorher auch schon viel Erfahrung. Der große Unterschied ist meine Zielgruppe. Meine Agentur wächst so schnell, weil ich einen großen Markt bediene: die Werbebranche.

Das ist das Geheimnis meines Erfolgs! Das ist der große Unterschied zwischen meiner aktuellen Agentur und meinen vorherigen Unternehmen. Früher habe ich „Nischenmärkte“ bedient. Jetzt spreche ich eine große Zielgruppe an, in der mehr Nachfrage herrscht, darum erziele ich schneller höhere Umsätze.

Es gibt ein Gegenargument für jede Ausrede

Ich war neulich auf einer Konferenz und habe mit ein paar Leuten gesprochen, die eine „Nische“ anstreben. Das hat mich dazu ermutigt, diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Sie haben die gleiche Logik verwendet, die ich am Anfang dieses Beitrags erwähnt habe:

„Es ist einfacher, ein Unternehmen zu gründen, wenn man eine Nische bedient.“

Nun, lass mich ein paar Dinge klarstellen …

  1. Marketing in einer Nische ist nicht einfacher. Natürlich kannst Du schneller bessere Rankings erzielen, aber das Suchvolumen ist nicht so hoch. Hohe Rankings werden also nicht schnell genug zu Umsatzsteigerungen führen. Außerdem hast Du nicht genug Traffic, um A/B-Tests zur Conversion-Optimierung durchzuführen, was die Optimierung Deiner Webseite erschwert.
  2. Es ist schwieriger, den Umsatz zu steigern. Ich habe festgestellt, dass es schwieriger ist, in einer Nische Geld zu verdienen. Es gibt weniger potenzielle Kunden, was es schwieriger macht, zu expandieren.
  3. Es ist schwieriger, effizient zu sein. Aus finanzieller Sicht ist es bei niedrigen Umsätzen oft schwierig, hohe Gewinnmargen zu erzielen. Wenn Du skalierst, kannst Du effizienter arbeiten und eine höhere Gewinnspanne erzielen.

Fazit

Wenn Du eine Nische erschließen willst, kannst Du das natürlich tun. Daran ist nichts auszusetzen. Aber Dein Gewinn wird sich in Grenzen halten.

Du kannst ein großartiges Lifestyle-Unternehmen aufbauen und glücklich werden. Dann mach die Arbeit auf jeden Fall Spaß, wenn Du jedoch mehr erreichen willst, musst Du ein Unternehmen gründen, dass einen größeren Markt bedient.

Bedient Dein Unternehmen eine „Nische“? Wenn ja, wie sieht Deine Strategie aus?

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Neil Patel

source: https://neilpatel.com/de/blog/reichtum-steckt-nicht-in-der-nische/