Googles neue Richtlinien fürs Linkbuilding

Vielleicht wusstest Du es noch nicht, aber Google hat mal wieder die Regeln fürs Linkbuilding geändert.

Früher hatte ein Link entweder ein DoFollow- oder ein NoFollow-Attribut.

Jetzt nicht mehr, denn Google hat zwei neue Linkarten eingeführt, die Auswirkungen auf Deine SEO haben.

Bevor ich Dir diese neue Linkarten vorstelle, möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass Du diesen Artikel vollständig lesen solltest, da ich nicht nur die neuen Regeln von Google zeigen werde, sondern auch erkläre, welche Folgen die neuen Regelungen für Dich und Dein Unternehmen haben.

Die aktuelle Situation

Die aktuelle Situation, vor allem in Bezug auf Linkbuilding, ist simpel.

Je mehr DoFollow-Links (normale Links) auf Deine Webseite verweisen, desto höher das Ranking.

Um herauszufinden, wie viele Backlinks auf Deine Webseite verweisen, kannst Du Ubersuggest benutzen.

Schritt Nr. 1 : Gib Deine URL in die Suchbox ein und klick auf “Suchen”.

Schritt Nr. 2 : Klick in der linken Seitenleiste auf “Backlinks”.

Schritt Nr. 3 : Analysiere Deine Ergebnisse.

Du erhältst eine komplette Übersicht Deines aktuellen Linkprofils, das aus den folgenden Daten besteht:

  • Domain Score – Der Domain Score wird aus unterschiedlichen Faktoren berechnet und zeigt die allgemeine Stärke Deiner Webseite auf einer Skala von 1 bis 100 (wobei 100 der beste Wert ist).
  • Backlinks – Die Anzahl der Backlinks, die aus anderen Quellen auf Deine Webseite verweisen (und wie viele davon NoFollow-Links sind).
  • Verweisende Domains – Die Anzahl der Domains, die auf Deine Webseite verweisen, und die Anzahl der .gov sowie .edu Domains.

Die untere Grafik zeigt den Verlauf der Backlinks im Zeitverlauf, was Dir eine Idee davon verschafft, ob die Anzahl Deiner Backlinks gestiegen oder gefallen ist.

Scroll nach unten zum letzten Bereich auf der Ergebnisseite, um herauszufinden, welche Art von Links auf Deine Webseite verweisen.

Diese Übersicht enthält alle Backlinks Deiner Webseite, den Linktyp, den Ankertext und wann der Link zum ersten Mal gefunden und zum letzten Mal überprüft wurde.

Falls Du Links kaufst oder Gastbeiträge für andere Webseiten schreibst, müssen diese Links immer NoFollow-Links sein, weil Google nicht will, dass man das Schreiben von Gastbeiträgen nutzt, um seine Rankings zu manipulieren.

Und überhaupt sollte man niemals Links kaufen, weil man sich so ganz schnell eine Strafe einhandelt oder sogar von Google verbannt werden kann.

Von solchen E-Mails solltest Du also immer Abstand nehmen, das ist nämlich verboten:

Wie werden Links von Google verarbeitet?

Der Google-Algorithmus ist ziemlich klug. Links, die nicht auf natürlichem Wege zustande kommen, also zum Beispiel durch das Schreiben von Gastbeiträgen, sollten immer ein NoFollow-Attribut haben, trotzdem halten sich viele Webseiten nicht an diese Vorgabe.

Diese Unternehmen geben es zwar nicht zu, halten sich aber nicht an die Regeln, doch da Google nicht dumm ist, kommen sie schnell dahinter.

Google findet schnell heraus, ob der Artikel auf einer anderen Webseite verdient ist oder nicht.

Hier ist einer meiner Gastbeiträge.

Forbes setzt NoFollow-Links, das war aber nicht immer der Fall.

Da der Artikel mit dem Zusatz “ehemaliger Mitwirkender” oder “Gastautor” markiert ist, weiß Google sofort, dass es sich um einen Gastbeitrag handelt.

Und selbst wenn er nicht als Gastbeitrag markiert wäre, würde Google aufgrund der anderen Signale schnell erkennen, um welche Art Beitrag es sich handelt, weil die URL-Struktur von Forbes ebenfalls wichtige Hinweise liefert.

Hier ist die URL:

https://www.forbes.com/sites/neilpatel/2016/12/26/my-biggest-regret-in-life-going-to-college/#5f74f3a91ac7

Fällt Dir was auf?

Jeder Autor der Webseite hat seinen eigenen Bereich, was aufgrund des Ordners “site” in der URL schnell klar wird. Das ist an sich zwar nicht weiter schlimm, lässt jedoch sofort erkennen, ob es sich beim Autor um einen Gastautor oder einen Mitarbeiter von Forbes handelt.

Diese Signale (und weitere), die Google nicht öffentlich bekannt gibt (und wahrscheinlich auch nicht bekannt geben sollte), helfen der Suchmaschine dabei, zu erkennen, ob es sich um einen natürlich zustande gekommenen Link oder um einen “verdienten” Link handelt.

Wenn Google den Link eines bestimmten Autors nicht zählen will, wird er einfach ignoriert.

Google kann also entscheiden, welche Links, seien sie DoFollow oder NoFollow, dem Ranking einer Webseite zugutekommen.

Hier ist ein Zitat von John Mueller, Mitarbeiter bei Google:

Wenn wir sie finden, können wir sie einfach ignorieren – Du musst selbst also nicht tätig werden.

Google erwartet, dass Webseitenbetreiber folgende Änderungen vornehmen:

Googles neue Richtlinien für den Linkaufbau

Wenn jemand für einen Link von Deiner Webseite bezahlt oder wenn Du einen Link kaufst, muss dieser mit “sponsored” gekennzeichnet werden. Nicht nur im Inhalt der Seite, sondern auch im Quelltext.

Rel=”sponsored”

Wenn es ich um einen Link handelt, der durch nutzergenerierte Inhalte zustande kam, muss er mit diesem Attribut gekennzeichnet werden:

Rel=”ugc”

Das ist zum Beispiel bei Foren der Fall. Alle Links im Forum müssen mit dem Attribut rel=”ugc” versehen werden.

Du kannst das NoFollow-Attribut weiter nutzen, wenn Du willst, oder eine Kombination benutzen. Ein gekaufter Link könnte zum Beispiel so gekennzeichnet werden:

Rel=”nofollow sponsored”

Warum wurden diese Änderungen eingeführt?

Google sagt Folgendes zum Thema:

Alle Link-Attribute — sponsored, UGC und nofollow — sind Hinweise, die dazu dienen, den Link entweder in die Suche einzubeziehen oder auszuschließen. Wir nutzen diese Hinweise — und weitere Signale — um Links besser verarbeiten und analysieren zu können.

Google sagt also, dass diese Attribute der Suchmaschine dabei helfen, sich ein besseres Bild vom Link zu verschaffen. Aufrund der gesendeten Signale wird der Link dann entweder gecrawlt oder ignoriert. Das Attribut liefert auch Hinweise darauf, ob der Link indexiert werden muss und wie viel Einfluss er auf die SEO nehmen sollte.

Die Änderung ist am 1. März 2020 in Kraft getreten, aber keine Sorge, Du musst keine Veränderungen vornehmen. Links, die bereits als NoFollow konfiguriert sind, können unverändert bleiben.

Falls Du auch weiterhin das NoFollow-Attribut und nicht “sponsored” setzten willst, ist das kein Problem.

Und welche Auswirkungen hat das Ganze jetzt auf mein Unternehmen?

Ich werde Dir jetzt sagen, was ich persönlich von diesen Änderungen halte und welches Ziel Google meiner Meinung nach verfolgt.

Der Such-Algorithmus ist intelligent und lässt sich so leicht austricksen, er ist aber nicht perfekt.

Wenn Webseitenbetreiber und SEO-Experten ihre Links richtig kennzeichnen, kann Google lernen, welche Linkarten häufig benutzt werden, den Kontext besser deuten und den Algorithmus dann entsprechend anpassen, damit Links in Zukunft noch schneller identifiziert und besser gedeutet werden können.

Wenn die Links aus einem Gastbeitrag plötzlich mit dem Attribut rel=”ugc” gekennzeichnet werden, lernt der Google-Algorithmus, dass diese Links nicht vom Webseitenbetreiber sondern von Besuchern erstellt wurden und dann werden sie einfach ignoriert.

Google kann zwar bereits erkennen, ob ein Link aus einem Wiki, Forum oder einer anderen Art von Onlineverzeichnis stammt, dank dieser neuen Regelung können Inhalte jetzt aber noch besser identifiziert und gedeutet werden.

Google könnte bestimmte Linkarten vielleicht schon bald etwas lockerer sehen. Wer weiß, vielleicht nehmen UGC-Links ja irgendwann Einfluss aufs Ranking, auch wenn sie nicht so viel Gewicht haben werden wie ein natürlich zustande gekommener Backlink.

Google erhält auf diese Weise noch mehr Signale und kann einfacher bestimmen, ob die URL, auf die der Link verweist, gecrawlt oder ignoriert werden sollte.

Egal, wie sich der Algorithmus in Zukunft auch weiterentwickelt, wenn der Nutzer immer im Mittelpunkt steht, dann ist man immer auf der richtigen Seite.

Es geht nicht darum den “perfekten SEO-Wert” zu erzielen, denn Google möchte die Webseiten, die dem Nutzer wirklich weiterhelfen, ganz oben platzieren, nicht die Seiten mit perfekter Note.

Konzentriere Dich also auf die Nutzererfahrung, Dein Produkt, produziere tolle Inhalte und setze Strategien um, die Deine Mitbewerber noch nicht benutzen.

Linkaufbau ist schwierig und Links sind nicht einfach zu bekommen, darum werden sie wohl auch immer ein fester Bestandteil des Algorithmus sein. Daten zeigen, dass eine starke Korrelation zwischen Links und Ranking besteht.

Ich würde Dir also empfehlen, möglichst viele Links auszubauen, selbst wenn es sich um nutzergenerierte Links handelt, denn solange diese Links von relevanten Webseiten stammen, werden die Besucher, die über diese Links auf Deine Webseite gelangen, Dein Produkt kaufen. Und wenn Google seinen Algorithmus wieder ändert und diesen Links mehr Bedeutung zumisst, steigt sogar Dein Ranking.

Natürlich sollst Du jetzt nicht wahllos Links in Foren verteilen, das wäre nämlich Spam. Ich damit sagen, dass Du relevante Webseiten finden wolltest, die mit nutzergenerierten Inhalten arbeiten, und dann haufenweise hilfreiche Inhalte teilen sollst. Setze aber nur dann einen Link auf Deine Webseite, WENN ES WIRKLICH SINN MACHT, und wenn der Leser von diesem Link profitieren würde.

Fazit

Ich glaube, dass es im Laufe diesen Jahres zu weiteren Veränderungen in Bezug auf das Linkbuilding kommen wird.

Unternehmen wie Ahrefs und SEMrush werden ab sofort NoFollow-, DoFollow-, UGC- und “sponsored”-Links benutzen. Die neue Regelung wird SEO-Experten dabei helfen, bessere Links zu gewinnen und ihre Energie auf die Links zu konzentrieren, die wirklich Auswirkungen auf ihre Rankings haben.

Ich vermute, dass UGC-Links schon bald wichtiger werden. Nicht viel, aber ein bisschen, solange sie von relevanten Webseiten stammen, dem Inhalt mehr Kontext verleihen und dem Nutzer einen Mehrwert bieten.

Ich glaube nicht, dass Webseitenbetreiber jetzt plötzlich die neuen Attribute “sponsored” oder “UGC” benutzen. Wahrscheinlich dauert es noch ein bisschen, bis dieser neue Trend zur Gewohnheit wird und in der Zwischenzeit kannst Du einfach weiterhin DoFollow-Links aufbauen.

Was hältst Du von der neuen Regelung?

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