Weniger ist mehr. Warum ich mir wünschte, ich hätte niemals 4.784 Blogbeiträge geschrieben

blogging

Kannst Du erraten, wie viele Blogbeiträge mein Blog auf NeilPatel.com hat?

Wenn Du 4.784 gesagt hast, liegst Du falsch. 😉

Technisch gesehen sind es jetzt 4.785 Beiträge, weil dieser Artikel ja mitgezählt werden muss.

Das ist ganz schön viel Inhalt! Vor allem, wenn man bedenkt, dass es meinen Blog bereits seit vier Jahren gibt. Ich veröffentliche durchschnittlich 3,27 neue Blogbeiträge pro Tag.

Ich weiß, was Du jetzt denkst… so viele Artikel kann eine Person allein doch gar nicht schreiben.

Zuerst will ich Dir zeigen, wie ich es geschafft habe, in vier Jahren 4.784 Blogbeiträge zu veröffentlichen

Hast Du wirklich 4.784 Artikel geschrieben?

Hier ist der Beweis:

4784 posts

Wie Du sehen kannst, enthält mein Blog auf NeilPatel.com tatsächlich 4.784 Blogbeiträge.

Wenn Du aber mal genau hinschaust, fällt Dir sicherlich auf, dass einige dieser Beiträge nicht in Englisch geschrieben sind.

Ich lasse meine Blogbeiträge übersetzen, darum findet man deutsche, spanische, portugiesische und Blogbeiträge in weiteren Sprachen auf meiner Webseite. Nein, ich beherrsche diese Sprachen natürlich nicht.

Ich habe nur die englischen Blogbeiträge geschrieben.

Ich verfüge über ein Team, das meine Blogbeiträge in andere Sprachen übersetzt.

Außerdem habe ich den Blog von KISSmetrics gekauft und die 1.313 Blogbeiträge dieses Blogs dann einfach auf NeilPatel.com übernommen.

Ich habe nur 862 dieser Artikel selbst geschrieben. Der Rest wurde von KISSmetrics übernommen, oder es handelt sich um übersetzte Artikel (allerdings habe ich noch nicht alle Artikel übersetzen lassen können).

Jetzt fragst Du Dich bestimmt, warum ich es bereue, dass mein Blog 4.784 Blogbeiträge hat, obwohl ich diese doch gar nicht selbst schreiben musste.

Warum möchtest Du weniger Inhalt haben?

Mehr Inhalt bedeutet nicht automatisch mehr Traffic. So einfach ist das.

Klar, wenn man jeden Tag 100 neue Artikel veröffentlichen könnte, so wie die großen Nachrichtenagenturen, dann würde man wahrscheinlich auch mehr Traffic gewinnen, trotzdem gibt es keine Garantie dafür, weil Google 199 weitere Rankingfaktoren in Betracht zieht.

Aber mal ehrlich, um 100 Artikel pro Tag produzieren zu können, müsste man ganz schön tief in die Tasche greifen!

Hier ist der Traffic von NeilPatel.com:

traffic

Wie man im oberen Screenshot sehen kann, hat mein Blog 1.701.486 Besucher und 5.948.818 Seitenaufrufe erzielt. Jetzt schauen wir mal nach, auf welche Seiten diese Besucher zugreifen.

top 10 pages

Man kann erkennen, dass der Großteil dieser Besucher auf meine Homepage zugreift. Ein Großteil meines Traffics stammt aus der Türkei. Keine Ahnung warum!

Jetzt werfen wir mal einen genaueren Blick auf die “einzelnen Seitenaufrufe”, da die Seitenzugriffe der Suchbots nicht mitgezählt werden.

Die 10 am häufigsten besuchten Seiten, sind für 29,23 % meines Gesamttraffics verantwortlich. Interessanterweise handelt es sich bei fünf dieser zehn Seiten um Tools. (Darum habe ich meine SEO-Strategie umgestellt und konzentriere mich jetzt mehr auf Technologie und die Entwicklung neuer Programme.)

Da ich das Schreiben von Artikeln jedoch genieße, werde ich damit nicht aufhören.

Als Nächstes schauen wir uns die 50 am häufigsten besuchten Seiten genauer an.

top 50 pages

Diese machen 45,75 % meines Traffics aus. Wie Du sicherlich erkennen kannst, gewinne ich mit diesen Seiten schon wesentlich weniger Traffic.

top 250 pages

Und es wird immer weniger. Die 250 am häufigsten besuchten Seiten machen 64,49 % meines Traffics aus. Meine 500 am häufigsten besuchten Seiten 72,96 % und die 1000 am häufigsten besuchten Seiten 80,99 %.

Man kann also erkennen, dass nur ein kleiner Teil meiner Inhalte für den Großteil meines Traffics verantwortlich ist. Über die Hälfte meiner Inhalte erzielt nicht mal 83 Seitenaufrufe pro Monat.

Lass Dir das mal auf der Zunge zergehen.

Über die Hälfte meiner Inhalte erzielt nicht mal 83 Seitenaufrufe pro Monat!!

Einige meiner Blogbeiträge und Seiten erzielen extrem viel Traffic und der ganze Rest nur ganz wenig.

Und ich bin ein besonderer Fall, weil ich mich mit SEO, Social Media Marketing und Contentmarketing auskenne, denn ich kann sogar mit unbeliebten Blogbeiträge noch Traffic gewinnen.

Um dieses Phänomen zu prüfen, habe ich elf Blogs analysiert, die zwischen 1.301.492 bis 24.502.503 Besucher pro Monat generieren. Jeder dieser Blogs verfügt über 5.592 bis 29.095 Blogbeiträge.

Schauen wir uns also mal an, wie die Trafficverteilung in diesem Fall aussieht.

traffic top pages

Du wirst feststellen, dass die 10 bis 50 der am häufigsten besuchten Seiten dieser Blogs im Vergleich zu NeilPatel.com weniger Prozent des gesamten Traffics ausmachen, solltest jedoch auch Bedenken, dass keiner dieser Blogs über Tools und Programme verfügt. Nutzer lieben Tools.

Die 250 der am häufigsten besuchten Seiten machen 68,97 % des gesamten Traffics aus, die 500 am häufigsten besuchten Seiten 81,45 % und die 1000 am häufigsten besuchten Seiten 86,88 %.

Wenn Dein Blog groß ist, erzielst Du den Großteil Deines Traffics höchstwahrscheinlich auch mit 10 % Deiner Inhalte. Wenn Du Dich gut mit SEO auskennst, kannst Du diese Ergebnisse zwar beeinflussen, das ist aber nicht einfach.

Warum also so viele Artikel schreiben, wenn sie eh nicht gelesen werden?

Und was sollte man stattdessen tun?

Ich liebe Blogging, aber das habe ich ja bereits erwähnt. Aus diesem Grund würde ich niemals mit dem Schreiben vom Blogbeiträgen aufhören, denn es geht mir nicht nur um die Gewinnung von Traffic oder darum mehr Umsatz zu machen, es macht mir einfach Spaß.

Wenn ich jetzt die Wahl hätte, würde ich meine Strategie jedoch frühzeitig anpassen.

Ich würde z. B. Programme wie Ubersuggest benutzen, um die Webseiten meiner Mitbewerber zu analysieren.

Dann würde ich herausfinden, welche Keywords den meisten Traffic auf ihre Webseite schicken.

Anschließend würde ich überprüfen, ob ihre Inhalte wirklich konsumiert werden und nicht nur bei Suchbots beliebt sind. Ob die Inhalte wirklich konsumiert werden sehe ich daran, wie oft sie in den sozialen Medien geteilt werden.

Wenn ein Artikel beispielsweise sehr oft auf Facebook geteilt wurde, bedeutet das, dass er oft und gerne gelesen wird.

Das Programm erstellt eine Liste mit den beliebtesten Inhalten des Mitbewerbers, die ich nun als Grundlage nutzen kann, um selbst einen besseren Artikel zu schreiben.

Mein Artikel muss ausführlicher sein, mehr Screenshots, Videos, Infografiken und weitere Medien enthalten, damit er sich vom Artikel des Mitbewerbers abgrenzt.

Auf diese Weise stellst Du sicher, dass Du NUR Inhalte produzierst, die möglichst viel Traffic auf Deine Webseite schicken und nicht Tausende von Blogbeiträgen schreibst, die so gut wie gar nicht gelesen werden.

Würdest Du Deinen Inhalt trotzdem übersetzen lassen?

Da ich auch weiterhin Blogbeiträge schreiben werde, nur eben nicht 4.784, würde ich meinen Inhalt natürlich auch weiterhin übersetzen lassen, aber eben nicht alle Artikel.

Als ich mit der Übersetzung meiner Inhalte anfing, habe ich einen großen Fehler gemacht.

Kannst Du Dir denken welchen?

Ich habe meinen Inhalt übersetzen lassen.

Lass mich das kurz genauer erklären.

Der Übersetzer kann noch so gut sein und sich noch so gut in Deiner Branche auskennen, es ist noch lange keine Garantie für den Erfolg. Ein Thema, das in einem Land gut ankommt, ist nicht unbedingt in anderen Ländern beliebt.

Und genau aus diesem Grund ist die Keywordrecherche mit Ubersuggest so wichtig, denn Du musst überprüfen, welche Keywords im jeweiligen Land benutzt werden.

Mein Traffic in Brasilien stieg erst, als ich damit anfing den Inhalt meiner Artikel zu überarbeiten und an das Land anzupassen. Jetzt hat mein Blog 209.949 monatliche Besucher aus Brasilien.

top countries

Selbst wenn Du in der Lage bist nur Artikel zu schreiben, die extrem gut ankommen, und Dich dann dazu entscheidest Deinen Inhalt in andere Sprachen zu übersetzen, wirst Du mit dem folgenden Problem zu kämpfen haben.

Mehr Inhalt bedeutet mehr Aufwand

Über dieses Thema sprechen nur sehr wenige Leute, aber wenn Du Tausende von Blogbeiträgen hast und diese nicht regelmäßig überarbeitest, wird Dein Traffic irgendwann automatisch zurückgehen.

Neue Webseiten haben nicht mit diesem Problem zu kämpfen, weil sie in der Regel nicht über Evergreen Content verfügen.

Ich gehe jetzt aber einfach mal davon aus, dass Du, so wie ich, Artikel schreibst, die nicht so schnell aus der Mode geraten und darum regelmäßig überarbeitet werden müssen, damit der Traffic nicht fällt.

Der Traffic meines Blogs auf NeilPatel.com steigt kontinuierlich, weil ich alte Inhalte regelmäßig aktualisiere, bei meinem alten Blog QuickSprout war das jedoch nicht der Fall.

quick sprout traffic

QuickSprout erzielte zu den besten Zeiten ca. 518.068 Besucher pro Monat. Ich veröffentliche auch weiterhin einen neuen Blogbeitrag pro Woche, kümmere mich um die On-Page SEO und baue nach wie vor neue Links auf.

link count

Trotzdem ist der Traffic in letzter Zeit kontinuierlich gesunken, weil ich die Artikel auf QuickSprout nicht aktualisiere.

Wenn man sehr viele Inhalte hat, dann hat man umso mehr Arbeit, all diese Inhalte aktuell und auf dem neuesten Stand zu halten. Die Überarbeitung von 1.000 Blogbeiträgen ist extrem aufwendig und nervig.

Zum Glück verfüge ich über ein großartiges Team, das meine alten Blogbeiträge prüft und gegebenenfalls aktualisiert.

Fazit

Wenn ich noch mal anfangen könnte, dann würde ich meinen Prozess vereinfachen und meine Themen im Vorfeld besser recherchieren und prüfen, um nur Artikel zu schreiben, die oft gelesen werden und tolle Ergebnisse in den Suchmaschinen erzielen.

Beliebte Themen kann man problemlos mithilfe von Programmen wie Ahrefs und Ubersuggest finden. Ich würde den Suchtraffic bereits bestehender Blogbeiträge in Erfahrung bringen und auch prüfen, wie oft sie in den sozialen Medien geteilt wurden.

Wie viele Blogbeiträge Du schreiben solltest, hängt immer ganz von Deinem Wettbewerb ab.

Wenn ich das einzige Unternehmen wäre, das Contentmarketing in meiner Branche betreibt, würde ein neuer Blogbeitrag pro Woche wahrscheinlich ausreichen. In diesem Fall würden mir Programme, wie Ahrefs oder Buzzsumo nicht helfen, denn wenn sonst niemand Artikel schreibt, gibt es ja auch keine Inhalte, die analysiert werden können.

Wenn jedoch alle Unternehmen in meiner Branche einen Blog führen würden, dann würde ich wahrscheinlich versuchen möglichst täglich einen neuen Blogbeitrag, zu einem beliebten Thema zu veröffentlichen.

Ich würde es jedoch bei einem Blogbeitrag pro Tag belassen, weil der Beitrag ja anschließend auch noch beworben werden muss.

Es ist fast unmöglich mehr als einem Blogbeitrag pro Tag zu bewerben. Darum veröffentliche ich nur noch einen Blogbeitrag pro Woche, nicht mehr einen pro Tag.

Falls Du Dich jetzt fragst, wie ich meine Blogbeiträge bewerbe, habe ich hier eine kleine Übersicht des Prozesses für Dich erstellt:

  • Werbung – Ich schalte für jeden meiner Beiträge ca. 400 Euro Werbung auf Facebook. Ich weiß nicht, warum es 400 Euro und nicht 100 oder 1000 sind… die Zahl ist reiner Zufall. Ich gebe halt gerne 400 € für die Bewerbung jeder meiner Beiträge aus.
  • E-Mails und Newsletter – Ich verschicke jeden meiner neuen Blogbeiträge per E-Mail an meine Kontaktliste und bitte die Empfänger darum, den Artikel in den sozialen Medien zu teilen. (Ich verfüge über eine E-Mail-Vorlage, die Du als Grundlage für Deine eigenen E-Mails benutzen kannst.)
  • Aktive Fans – Ich suche gezielt nach aktiven Nutzern, die gerne Inhalte in den sozialen Medien teilen, und nehme dann Kontakt zu diesen Nutzern auf, um sie zu bitten, meinen Artikel ebenfalls mit ihrer Zielgruppe zu teilen. (Dafür habe ich ebenfalls eine Vorlage, die Du benutzen kannst.)
  • Linkanfragen – Ich finde heraus, welche Webseiten auf die Artikel meiner Mitbewerber verweisen und bitte diese Webseiten dann ebenfalls um einen Link auf meine Inhalte. Auf diese Weise steigt auch mein Ranking in den Suchergebnissen. (Der oben genannte Artikel enthält eine Vorlage und eine Erklärung des Prozesses, damit Du diese Strategie ebenfalls nutzen kannst.)

Jetzt fragst Du Dich bestimmt, wie Du Deine Zeit am besten einteilen solltest. Folge der 80-zu-20-Regel.

Verbringe 20 % seiner Zeit mit dem Schreiben Deiner Blogbeiträge und 80 % Deiner Zeit mit der Bewerbung.

Vergiss nicht, dass es nicht darum geht mehr Blogbeiträge zu schreiben als jeder andere, sondern darum, Blogbeiträge zu schreiben, mit denen man besonders viel Traffic generiert.

Selbst wenn Du alles richtig machst, kann es dennoch vorkommen, dass Du hin und wieder einen Artikel schreibst, der schlechte Ergebnisse erzielt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn jeder Blog hat mit diesem Problem zu kämpfen, aber wenigstens hast Du dann nicht Tausende und Abertausende von Blogbeiträgen, die so gut wie gar keinen Traffic auf Deine Webseite zu schicken.

Ich veröffentliche nur einen neuen Blogbeitrag pro Woche. In meinem Fall ist es einfach die beste Strategie. Früher habe ich mehr Blogbeiträge geschrieben, dann habe ich jedoch festgestellt, dass mein Traffic schneller steigt, wenn ich weniger Inhalt veröffentliche.

traffic compare

Klar, ich habe jetzt natürlich weniger Inhalte, die von Google indexiert werden können, dafür aber auch mehr Zeit, um neue Blogbeiträge zu bewerben, darum ist mein Traffic um 21,31 % gestiegen.

Wie viele Blogbeiträge hast Du geschrieben? Wirst Du Deine Strategie überdenken und in Zukunft eventuell weniger Blogbeiträge schreiben?

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Neil Patel

source: https://neilpatel.com/de/blog/weniger-istmehr/