7 weit verbreitete SEO-Fehler vieler E-Commerce-Webseiten

Die meisten Betreiber eines Onlineshops scheinen zu denken, dass man einfach nur Hunderte oder Tausende Produkte auflisten muss und die Suchmaschinen dann brav Traffic auf die Webseite schicken, so funktioniert das aber nicht.

Leider ist die Suchmaschinenoptimierung (SEO) für eine E-Commerce-Webseite ein bisschen umfangreicher als für einen Blog oder eine simple Webseite mit fünf Unterseiten. Da immer wieder neue Produkte hinzukommen und alte Produkte den Onlineshop wieder verlassen, kann es zu zahlreichen Problemen kommen, die die SEO ganz schön kompliziert werden lassen.

In diesem Artikel möchte ich die sieben häufig vorkommende SEO-Fehler vorstellen, von denen viele Onlineshops und E-Commerce-Webseiten betroffen sind.

1. Die Produktbeschreibung fehlt

Mir ist aufgefallen, dass bei vielen Onlineshops, die sich auf Geschenke spezialisiert haben, oft die Produktbeschreibung fehlt. Wenn jedoch die Beschreibung fehlt, hat man keine Chancen jemals auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu erscheinen, nicht mal für Suchbegriffe, die seltener eingegeben werden. Deine Produkte müssen also immer eine Produktbeschreibung haben, sonst kannst Du Dich von Deinen Rankings verabschieden.

Lack of Product Description

Zum Beispiel das obere Produkt. Diese Boots sind wie jeder andere Stiefel. Das Bild ist zwar schön und zeigt das Produkt, Suchmaschinen sind jedoch nicht in der Lage Bilder zu lesen oder zu verstehen, darum braucht jedes Produkt auch immer eine Produktbeschreibung.

Um herauszufinden, wie viel Text auf der Produktseite fehlt, musst Du die Wörter Deiner aktuellen, leeren Produktseite zählen lassen. Zähle dafür alle Wörter im Navigationsmenü, sowie in der Seitenleiste, Fußzeile und in den Texte, die auf der Seite stehen. Jetzt musst Du ergänzende Texte schreiben, die diese Wortzahl übertreffen, damit die Produktseite über mehr und bessere Inhalte verfügt.

Je beschreibender und genauer die Produktbeschreibung ist, desto besser für die SEO. Folgende Dinge solltest Du jedoch beachten:

  • Die Beschreibung muss gut und genau sein, denn sie muss potenziellen Kunden bei der Kaufentscheidung helfen.
  • Kopiere auf keinen Fall Texte von anderen Webseiten, weil die Suchmaschinen dafür Strafen verhängen.
  • Du solltest die Texte testen, um herauszufinden, wie viele Wörter nötig sind, um die besten Ergebnisse zu erzielen, denn zu viele Wörter sind evtl. auch nicht gut.

2. Die Produktbeschreibung stammt vom Hersteller

Wenn Du willst, dass Deine Produkte in der Suche erscheinen, darfst Du auf keinen Fall die Produktbeschreibung von Hersteller kopieren, denn so wirst Du unter Garantie aus den Suchergebnissen verbannt.

Diese Beschreibungen werden an alle Onlineshops verteilt und die meisten von ihnen benutzen sie ohne nachzudenken oder Veränderungen vorzunehmen. Das führt dann zu ganz vielen identischen Inhalten, die Google nicht voneinander unterscheiden kann. Noch schlimmer ist jedoch, dass die Produktbeschreibungen vom Hersteller einfach nicht schön geschrieben sind und niemanden vom Kauf überzeugen.

Du musst Deine Produktbeschreibungen immer selbst schreiben, denn Google findet Webseiten, die Inhalte kopieren oder klauen und entfernt sie aus den Suchergebnissen.

Wenn man jedoch über Tausende Produkte verfügt, ist das Verfassen von Tausenden einzigartigen Produktbeschreibungen eine schier nicht zu bewältigende Aufgabe. Mir selbst ist es auch schon so ergangen. Falls Du nicht in der Lage bist für bestimmte Produkte eine Beschreibung zu verfassen, könntest Du die Aufnahme dieser Seiten in den Suchindex mit einem „NO INDEX“ Meta-Tag blockieren.

Produkte, auf die Du gerade nicht auf Lager hast, oder die bald aus dem Inventar entfernt werden, sollten nicht in den Suchindex aufgenommen werden, denn Du willst nicht Tausende Produktseiten ohne Beschreibung haben und nur ganz wenige mit. Wenn das der Fall wäre, würde es so aussehen, als wären diese Seiten automatisch erstellt worden um sich SEO-Traffic zu erschleichen und diesen Eindruck wollen wir natürlich nicht erwecken.

Es ist immer besser, die SEO gleich richtig anzugehen als Produktseiten unzureichend zu optimieren und wie Spam aussehen zu lassen.

3. Keine Produktbewertungen

Fast 70 % aller Kunden lesen sich vor dem Kauf Produktbewertungen durch. Wenn die Produkte in Deinem Onlineshop keine Produktbewertungen haben, verlierst Du potenzielle Kunden. Außerdem werden Produktbewertungen meistens über den Produktseiten in den Suchergebnissen angezeigt.

Lack of Product Reviews

Auf Amazon.com können Kunden nicht nur Produkte kaufen, sie können auch Bewertungen zu Büchern und anderen Produkten schreiben. Mit dieser Strategie hat das Unternehmen Bücherliebhaber in eine Online-Community verwandelt, die ihre Erfahrungen gerne mit anderen Nutzern teilen.

Produktbewertungen bringen zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Die Kunden schreiben kostenlose und einzigartige Inhalte über Dein Produkt und Deinen Onlineshop! Ich habe ja bereits erwähnt, wie schwierig und umständlich die Erstellung einzigartiger Inhalte sein kann. Produktbewertungen sind die Lösung dieses Problems!
  • Die Produktseite bleibt auf diese Weise immer aktuell und „frisch“, wodurch sie häufiger indexiert wird. Je öfter Du alte Inhalte überarbeitest, desto besser für die SEO.

4. Die Produktseiten werden nicht im Hinblick auf die Suchanfragen der Kunden optimiert

Um überzeugende Überschriften, Meta-Tags und Produktbeschreibungen verfassen zu können, musst Du die Suchanfragen Deiner Kunden berücksichtigen und deren Suchbegriffe gekonnt in den Text einbauen, denn sonst schreibst Du die Produktbeschreibung am Ende noch so, dass sie nicht gefunden werden. Viele Onlineshops, die über eine große Produktauswahl verfügen, machen sich dieses Fehlers schuldig.

Es könnte beispielsweise passieren, dass der H1-Tag und der Alt-Tag einer Produktseite für das Keyword „Schal mit Blumenmuster“ optimiert ist, das Keyword „Chanel Schal mit Blumenmuster“ jedoch viel angebrachter wäre, weil die Kunden stattdessen mit diesem Suchbegriff nach dem Produkt suchen.

Hier sind ein paar Tipps für die korrekte Optimierung von Produktseiten:

  • Benutze die Modellnummer im Title-Tag und der Hauptüberschrift.
  • Benutze den Markennamen im Title-Tag und der Hauptüberschrift.
  • Jedes Bild muss über einen Alt-Tag verfügen!
  • Vermeide Keyword-Stuffing! Platziere keine unnötigen Keywords auf der Produktseite und wiederhole nicht ständig dasselbe Keyword.
  • Verwende bitte niemals Inlineframes (iframes) für die Darstellung Deiner Inhalte, denn der Inhalte muss immer auf der Produktseite selbst dargestellt werden.

Für noch mehr SEO-Tipps solltest Du diesen Artikel lesen: The On-Page SEO Recipe for Peak Inbound Marketing Efficiency.

5. Keine produktspezifischen Titel-Tags

Viele Onlineshops haben duplizierte Title-Tags, dabei müssen Title-Tags immer einzigartig und auf keinen identisch sein. Das weiß eigentlich jedes Kind, doch aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund wird diese SEO-Grundlage von vielen Onlineshops über Bord beworfen und schlichtweg ignoriert.

Und so sieht der Title -Tag um Quelltext einer Webseite aus. Das untere Beispiel stammt von der Startseite von SEOmoz.org.

SEOmoz title tag

Vielen Onlineshops fällt es schwer für jedes ihrer Tausend Produkte einzigartige Title-Tags zu schreiben, da sich viele ihrer Produkte gleichen oder von derselben Marke stammen. Es lässt sich also nicht vermeiden, dass dasselbe Keyword öfter vorkommt und wiederholt werden muss. Suchmaschinen sind sich dieser Herausforderung aber bewusst und darum solltest Du immer versuchen, einzigartige Zusammenstellungen zu finden.

Kunden suchen normalerweise mit einem beschreibenden Suchbegriff nach bestimmten Produkten, nicht mit einem einzigen Wort, darum gibt es eine einfache Vorlage für das Schreiben von Meta-Tags, an die man sich halten kann. Sie lautet:

Marke – Modell – Produkt

Das sieht in der Praxis dann so aus: „Honda Accord Sports Coupe“ oder „Burton Aftermath Snowboard 2013“

Falls Du Bedenken bezüglich Deiner aktuellen Title-Tags hast, solltest Du Ubersuggest benutzen.

Schritt Nr. 1 : Gib Deine URL in die Suchbox ein und klick auf „Suchen“.

Schritt Nr. 2 : Klick auf „Seiten-Audit“.

Schritt Nr. 3 : Scroll nach unten bis zum Bereich „Top SEO-Fehler“

Schritt Nr. 4: Klick auf „8 Seiten mit duplizierten Title-Tags“ (die jeweilige Zahl verändert sich natürlich).

Jetzt gelangst Du auf eine Ergebnisseite, auf der Du nachschauen kannst, welche URLs einen duplizierten Title-Tag haben und kannst dann entscheiden, ob der Fehler behoben werden muss.

6. Keine beschreibenden URLs

Was ist eine „beschreibende“ URL? Hier ist ein Beispiel:

http://www.readanybook.com/ebook/harry-potter-and-the-prisoner-of-azkaban-65

Mit beschreibender URL ist eine „keyword-freundliche“ URL gemeint.

lack of speaking urls

Im oberen Beispiel steht der Name des Buches in der URL. Aus SEO-Sicht ist das sehr wichtig, darum muss jede Deiner Produktseiten über eine beschreibende URL verfügen. Benutze bitte keine anonymen IDs oder Zahlen in der URL! Eine einzigartige Produktseite braucht eine einzigartige URL.

Hier sind drei gute Gründe für die Nutzung beschreibender URLs:

  1. Semantik: Der Nutzer sieht bereits vor dem Klick, was ihn auf der nächsten Seite erwartet. Wenn Deine URL jedoch aus Zahlen und unverständlichen Symbolen besteht, sieht sie wie Spam aus und schreckt den Nutzer ab.
  2. Keywords und Ankertexte: Deine URL wird eventuell von anderen Webseite geteilt. Wenn die URL als Ankertexte benutzt wird, sind wichtige Keywords in diesem Fall bereits im Anchor-Tag vorhanden. Ankertexte, die Keywords enthalten, sind gut fürs Such-Ranking.
  3. Relevanz: Relevante Keywords in der URL waren früher mal ein Ranking-Faktor für Domainnamen. Dieser Faktor ist inzwischen zwar nicht mehr so wichtig, dennoch können relevante Keywords in den URLs Deiner Produktseiten nicht schaden.

7. Viele duplizierte Inhalte

Duplizierte Inhalte enstehen, wenn eine Seite über mehrere Versionen verfügt, z. B. eine Druckversion, eine Mobilversion, oder wenn Textausschnitte auf mehreren Seiten wiederholt werden, und so weiter. Damit diese Inhalte nicht aus Versehen mehrmals indexiert werden, muss die Seite eine Robots.txt-Datei haben. Diese Datei verhindert das erneute Crawlen der Seite, denn duplizierte Inhalte können zu Strafen durch Suchmaschinen führen (besonders im Fall von großen Onlineshops, da es hier oft zu duplizierten Inhalten kommt).

an example of a lot of duplicate content

Dieser Inhalt erscheint auf vielen Seiten eines Mode-Online-Shops.

Hier sind ein paar Tipps, um duplizierte Inhalte zu vermeiden:

  • Benutze die Robots.txt-Datei, um duplizierte Inhalte wie Archive, Tags oder Kategorieseiten zu blockieren.
  • Setze einen kanonischen Tag, um der Suchmaschine mitzuteilen, welche Seite indexiert werden soll. Falls Dein Warenkorb aufgrund von Kommentaren und Bewertungen duplizierte URLs erstellt (in diesem Fall hättest Du nämlich zwei Seiten mit identischem Inhalt, doch eine dieser Seiten würde über Bewertungen und Kommentare verfügen, die Originalseite jedoch nicht), musst Du den Canonical Tag setzen, um der Suchmaschine mitzuteilen, welche der duplizierten Seiten die Originalseite ist und indexiert werden soll.
  • Du könntest Links, die auf duplizierte Inhalte verweisen, ein NoFollow-Attribut zuweisen. Dafür musst Du aber jeden Link finden und die Links, die ein NoFollow-Attribut benötigen, entsprechend bearbeiten (denn Google findet sie).

Die goldene Regel der SEO: Benutzerfreundlichkeit hat immer Priorität

Du weißt sicherlich, dass der Nutzer bei Google immer Vorrang steht und dass die Suchmaschine allen Nutzern eine einwandfreie Nutzererfahrung bieten will, darum muss Dein Onlineshop in erster Linie benutzerfreundlich sein und auf den Kunden ausgerichtet sein, denn nur so gewinnst Du das Vertrauen potenzieller Kunden. Und wenn Du das Vertrauen der Kunden gewinnst, dann gewinnst Du auch das Vertrauen der Suchmaschinen.

Je länger sich der Besucher auf Deiner Webseite aufhält, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er zu den Suchergebnissen zurückkehrt und dieses Verhalten zeigt Google, dass der Nutzer das richtige Suchergebnis gefunden hat.

Und wenn dem Besucher der Inhalt Deiner Seite gefällt, dann teilt er diese vielleicht auch mit seinen Freunden und Bekannten und erzeugt so einen neuen Link und wir haben ja bereits gelernt, dass Links große Auswirkungen auf das Ranking in den Suchergebnissen haben!

Welche SEO-Fehler sind Dir in Onlineshops sonst noch so untergekommen? Teile Deine Funde im Kommentarbereich.

Über die Autorin: Korah Morrison ist Marketingexpertin und Autorin bei GrammarBase.com. Sie schreibt besonders gerne über die Themen SEO, Social Media und Onlinemarketing.

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